Hebammenpolitik 30.12.2014

” Die gesetzlichen Krankenkassen sind nicht von Verfassungs wegen gehalten, alles zu leisten, was anHebammenpolitik neutrieb Mitteln zur Erhaltung oder Wiederherstellung der Gesundheit verfügbar ist. Zumutbare Eigenleistungen können verlangt werden.
Es ist verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden, dass der Gesetzgeber nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung ausgeschlossen hat. Dies hat die 3. Kammer des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts in einem Beschluss entschieden. Die Belastung der Versicherten mit Zusatzkosten steht in angemessenem Verhältnis zu dem unter anderem vom Gesetzgeber verfolgten Ziel, die Kosten im Gesundheitswesen zu dämmen.
Nicht verschreibungspflichtig sind Arzneimittel aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung gemäß § 34 Abs. 1 Satz 1 Fünftes Buch Sozialgesetzbuch (SGB V)….Der Gesetzgeber unterliegt insofern keiner strengen Bindung an Art. 3 Abs. 1 GG.”, siehe: Bundesverfassungsgericht, Beschluss vom 12. Dezember 2012 – 1 BvR 69/09 “Siehe auch: http://www.rechtsindex.de/recht-urteile/3057-ausschluss-nicht-verschreibungspflichtiger-arzneimittel-aus-dem-leistungskatalog
Ps.: Auch geburtshilfliche krankenhausungebundene Dienstleistungen sind Kassenseitig keine zwingend bereitzustellenden Leistungen. Somit wird Geburt eine Sache des Geldbeutelumfanges, wer explizit Individualität erwartet, zahlt selbst ?

Patriarch und Macht

Wenn Doulas es vermögen, entspannt 300, 400 oder mehr Euro für die Geburtsanwesenheit ohne geburtshilfliche Verantwortungsübernahme bei einer Versicherungsprämie von ca. 250- 350 Euro/Jahr zu leisten, ist die Vermutung, dass examinierte Hebammen ebenfalls im Privatsektor Arbeit finden, nicht ausgeschlossen. Und wenn die krankenhausafinen Verstrickungen zunehmen, wobei sie seit über zwanzig Jahren dem gleichen Trend folgen und es somit als sicher gelten kann, dass sie dies tun werden…wird es dennoch Geburtshilfe fernab der Klinikgeburtsmedizin für selbstsichere, eigensinnige, mutige, mancherorts als leichtsinnig bezeichnete, gestandene Frauen geben. Ihre Gesinnung läßt sich trotz aller Fachinformationen, ärztlichen Aufklärungen, offiziellen Elterninformationskampanien und Fernsehserien selten umstimmen. Die mit dem arztfernen Geburtsgeschehen und dem Selbstgestaltungswunsch der Frauen einhergehende Diskriminierung, Anfeindung bis Unterstellung oder Kriminalisierung wird daran wenig ändern. Warum sollten Frauen und Schwangere nicht verantwortungsvoll aus eigenen Erfahrungswerten Entscheidungen treffen dürfen ? Nach traumatischer Erstgeburt einen Kaiserschnitt in der Folgeschwangerschaft einzufordern ist heutzutage m. E. einfacher, als eine ausserklinische Betreuung nach einer traumatischen Klinikgeburt vorurteilsfrei organisieren zu dürfen. Beide Wünsche sind m. E. ohne Bewertung gesamtgesellschaftlich zu respektieren. Die beleglose Unterstellung eines unzureichenden Gesundheitszustandes sollte kein Hinderungsgrund sein.
In einem Land, dass den Wortlaut eines deutschen Grundgesetzes vorweisen kann, ist die heutige Reaktion des Für und Wider ausserklinischer Geburten gesellschaftlich, Klinik- und institutionsseitig irritierend und nicht nachvollziehbar, denn unabhängig des Kostenübernahme- und Kostenpunktes scheint die implizierte Polarisierung von Gefährlichkeit und Ungefährlichkeit eines Geburtsortes sich nicht mit der persönlichen Entscheidungsfreiheit, dem eigenen Wahlrecht und den realen Gesundheitszuständen befürwortender Frauen, geburtshilflichen Statistiken und Datenauswertungen zu decken. Damals wie heute…