Hebammenpolitik 29.08.2011

In Zuge der ökonomischen, politischen und betriebswirtschaftlichen Gegebenheiten sterben kleinere und mittlere Kreissäle aus, einige halten sich noch tapfer und müssen vom Überschuss anderen Abteilungen gegenfinanziert werden und die verbliebenen Beleghebammen haben so ihre Not.

Ein Beispiel aus Brandenburg:

Die uckermärkischen Schwangeren haben seit diesem Jahr mitunter erhebliche Fahrwege zurückzulegen, denn die Hoffnung der dortigen Hebammen und Frauen, dass die Entbindungsstation in Prenzlau erhalten bleibt, hat sich nicht erfüllt.

Im Jahre 2009 wurden im prenzlauer Kreissaal deutschlandweit Hebammen zur Fest- Anstellung gesucht, nun wurde der Kreissaal in Prenzlau geschlossen.

Ein Auszug aus der schwedter Tageszeitung vom 28.07.2010 umschrieb die Situation vor der Schließung aus Sicht der brandenburger Beleghebammen so: Artikel aus der Stadtzeitung Schwedt:

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Dem Hebammenverband und der Landesregierung sind die Gefahren der Kreissaalschliessungen im ländlichen Raum bekannt.

Auch der Bundesregierung ist die Entwicklung in den ländlichen Regionen bekannt gemacht worden….aber

„Keine Schneeflocke in einer Lawine wird sich je verantwortlich fühlen.“

Das Zitat stammt von François Marie Arouet alias Voltaire [1694 – 1778]…
und wenn wir gerade bei Zitaten sind,

da war noch etwas bezüglich der Volksvertretung, welche bei der möglichen Gefährdung des Mutter- und Kindswohls auf Grund von Versorgungslücken gern in Aktion treten dürfte….

Zitat: ” Die Kontrolle seitens des Parlaments ist gering. Expertenausschüsse mit Vernehmungsrecht sind nicht wirksam. Schäden. Skandale, sachliche Grundfragen werden nicht auf diesem Wege behandelt, auf dem die Regierung ständig unter Aufsicht stünde oder sich belehren lassen könnte. Wo sie stattfinden, kommen sie eher als Schutzmaßnahmen zur Deckung von Fehlern der Regierung zur Geltung.” Zitat Ende.

Quelle: Karl Jaspers ” Wohin treibt die Bundesrepublik” R.Pieper & co Verlag, Buch- Seite 136.
Dieses Zitat stammt aus dem Jahre 1966.

Sind gravierende Veränderungen in der Volksvertretung seit 45 Jahren festzustellen ?

Und wer soll unsere Interessen vertreten, wenn nicht unsere Volksvertretung ? Das könnte ein ernsthafter Grund zum Nachdenken sein…