Hebammenpolitik 28.10.2014

Liebe Eltern und Fachpersonen in der Geburtshilfe, dass eine Hebamme und Ärztin in Dortmund wegen Totschlags zu einerHebammenpolitik wildrose und vogelfeder hohen Gefängnis-, Geldstrafe und lebenslangem Berufsverbot verurteilt wurde, geht uns alle an.
In der Anlage können Sie lesen, was eine der Hebammen, die ein Netzwerk um die Betroffene herum bilden, schreibt. Wir – GreenBirth – sind der Auffassung, dass es wegen der Sicherstellung außerklinischer Geburtshilfe unbedingt erforderlich ist, dass die verurteilte Anna Rockel-Loenhoff finanziell unterstützt werden muss, damit sie die bereits beantragte Berufung finanzieren kann. Warum?
1. Wir als GreenBirth stehen auf der Seite der europäischen Rechtsprechung, welche Elternrechte stärkt und ihnen Vorrang vor ärztlichem Berufsrecht einräumt. Das bedeutet, dass Eltern in Bezug auf die Wahl des Geburtsortes ihres Kindes ganz real wählen dürfen zwischen außerklinischer und klinischer Geburt. Niemand darf sie nötigen, in der Klinik zu entbinden, wenn sie es nicht wollen. Daraus folgt auch, wenn ein Kind außerklinisch zur Welt kommt und nicht leben kann, dürfen Eltern nicht genötigt werden, ihre Helfer zu verklagen oder dass sie befürchten müssen, selbst angeklagt zu werden.

2. Wir – GreenBirth – anerkennen, dass es bei der Geburt eines Menschen keine 100% Sicherheit gibt, was die Lebensfähigkeit und den guten Start eines Kindes ins Leben betrifft. Darum gibt es schließlich auch im klinischen Bereich Verlegungen auf die Kinderstation und Totgeburten.

3. Eltern, Kliniker und Juristen sollten anerkennen, dass die Geburt eines gesunden Kindes nicht restlos durch technische Überwachung zu garantieren ist. Es ist erforderlich, dass alle sich darüber klar werden, dass Kinder Niemandes Eigentum sind. Sie gehören weder den Eltern, noch dem Medizinsystem noch dem Staat. Sie sind „Geschenk des Lebens an sich selbst“. Es kommt vor, dass Kinder einen sehr kurzen Lebensbogen haben und nicht gesund oder lebend zur Welt kommen. Eltern müssen manchmal Abschied nehmen und ein Kind vorzeitig loslassen, was sehr schmerzhaft sein kann. Hebammen und Ärzte kommen ebenfalls an ihre Grenzen, was auch für sie schmerzlich ist.

4. Der Trend in der Geburtsmedizin stellt wenig Raum zur Verfügung, um Eltern in solch einem Fall zur Seite zu stehen. So geraten sie z. B. auch bei Fehldiagnosen unter schweren Stress und in Entscheidungsfallen. Oft wird bei Krankheit oder Wahrscheinlichkeitswerten für eine Behinderung die Empfehlung zu einer Spätabtreibung ausgesprochen. Doch gibt es auch Hebammen und Kliniken, die Eltern sehr gut begleiten. Es wurde z.B. erkannt, dass es für Eltern sehr hilfreich ist, ein verstorbenes Kind normal zur Welt zu bringen, würdig zu beerdigen oder auch standesamtlich einzutragen.

5. Die Justiz in Dortmund, so scheint es, erwägt Möglichkeiten der Nicht-Lebensfähigkeit des verstorbenen Kindes nicht und bestellte Gutachter, welche die These fahrlässiger Handlungen der Hausgeburtshebamme und Ärztin stützten. Andere, die auf Fehler hinwiesen und Ungereimtheiten aufzeigten, wurden zurückgewiesen. Warum sollte eine Hebamme, die 2000 Kindern außerklinisch zur Welt half jetzt plötzlich fahrlässig geworden sein? Eine Ärztin und Hebamme, von vielen Kolleginnen geschätzt, wird kriminalisiert, denn „Totschlag“ beinhaltet Absicht, oder hier, den Tod eines Kindes billigend in Kauf genommen zu haben.

Wir, der Vorstand von GreenBirth e.V., bitten Sie, sich den Spendenaufruf durchzulesen und auf das angegebene Konto einen Geldbetrag einzuzahlen. Der Unterschied zwischen mittelalterlicher und heutiger Justiz gegenüber Hebammen besteht darin, dass es Öffentlichkeit gibt und Revisionsverfahren. Diese Möglichkeit zu nutzen, wollen wir unterstützen.
Das Dortmunder Urteil soll beispielgebend sein. Es liegt ganz im Trend der Verunglimpfung außerklinischer Geburtshilfe, des Verschweigens positiv ausfallender Vergleichsstudien und der Nicht-Akzeptanz von Hebammenkompetenzen in der Geburtshilfe. Die Geburt zu einem medizinischen Ereignis umzuformen, ist zu Recht in der Kritik. Immer mehr Berichte von Frauen, die nach der Klinikgeburt beim ersten Kind traumatisiert wurden und beim zweiten Kind die außerklinische Geburt wählen, berichten, worauf es ankommt. Anna Rockel-Loenhoff soll beruflich und menschlich ruiniert werden. Die Hausgeburtshilfe soll insgesamt getroffen werden, ein unabhängiger Berufsstand, der in seiner Freiberuflichkeit eindrucksvoll zeigt, dass bei Geburten im normalen Fall nicht eingegriffen zu werden braucht. Der Erhalt von Elternrechten zur freien Wahl des Geburtsortes ist tangiert. Das nehmen wir nicht hin. Bitte helfen Sie mit.

Mit freundlichem Gruß

Irene Behrmann, Vorsitzende

” Ihr könnt auf das von mir eingerichtete Konto bei der Sparkasse Bochum spenden oder per PayPal an meine Mailadresse – jeder Euro zählt – wenn von den 400.000, die die Petition anlässlich der Haftpflichtversicherungsmisere für Hebammen 20% nur 3 Euro spenden – das wäre großartig!

Hier nun die Daten:

IBAN: DE18430500010142376466
BIC: WELADED1BOC
Stichwort: Anna

claudiakummert@gmx.de (für die Zahlung mit PayPal) “, siehe Zitat aus dem Anhang

Neuer Spendenaufruf für Anna Rockel-Loehnhoff.pdf