Hebammenpolitik 28.03.2013

Wenn in einem relevanten Frauenkongress von 250 Entscheidungsträgern 248 Männer und 2, also zwei, Frauen eindark purple flower Abstimmungsrecht haben, wird das Ergebnis wirtschaftsrelevant, aber selten frauenkompatibel sein.

Wie sollten optimale Gesetze und Rahmenbedingungen für 50 % der Bevölkerung geschaffen werden, wenn diese weder ein direktes noch indirektes, relevantes Stimmrecht über ihre unmittelbaren Lebensbedingungen haben dürfen….was Frauen denken, fühlen, brauchen, wenn sie stillen, arbeiten, erziehen, gebären.

Hebammen haben seit jeher eine sehr direkte Verbindung zu spezifischen Frauenbedürfnissen und werden aus diesem Grund seit jeher von den Staatsorganen und vorherrschender Lobby zur Kontrolle weiblicher Fruchtbarkeit und Beeinflussung weiblicher Bedürftigkeit zielgenau eingesetzt, bis heute. Und deshalb stehen die Hebammen selbst ständig unter Kontrolle. Die Frauenquote in wichtigen Entscheidungsgremien wurde von Interessensvertretern abgelehnt, durch die hebammenrelevanten Gesetzesänderungen ist eine Intensivierung der Kontrollmechanismen gegenüber freier Hebammen zu erwarten.

Für freie Hebammen sollte ein Artenschutzgesetz erlassen werden, aber das Gegenteil ist der Fall. Arbeits- Abhängigkeitsverhältnisse per Honorar- oder ( Zeit-) Arbeitsvertrag werden gern gesehen, auch in Deutschland. Der Anteil versicherungspflichtiger Arbeitnehmer soll zu Ungunsten Freiberuflicher, Einzelunternehmer und Selbstständiger gesetzes- und vertragsinduziert steigen. Der Frauenberuf selbst hat und hatte politisch betrachtet, keine Lobby. Jetzt ist Innovation gefragt. Ob Hebammenverbände diese haben und das Ruder herumzureissen vermögen, um das urtümliche Berufsbild der niedergelassenen Hebamme zu erhalten ? Vielleicht ist es erfolgversprechender, auf einen Ritter mit einem weissen Ross zu hoffen, eine eigene Partei zu gründen oder auf den Krisennullpunkt zu warten. Denn Not kennt kein Gebot. Eine fachlich versierte, verbandsfreie Hebamme ohne Haftpflicht ist in humanitären Krisenzeiten immer noch besser als keine.

Wissen ist Macht und die Erfahrungswerte einer langjährigen Hebammentätigkeit sind unbezahlbar und in der Praxis unersätzlich. In jedem Fall profitieren junge Frauen vom Erfahrungsschatz alter Frauen. Das war Jahrtausende so und ohne diese Tradition lässt sich, auf Grund von Unwissenheit und daraus resultierender Unsicherheit garantiert viel Geld verdienen. Die soziale Komponente weicht der kommerziellen, das dürfte viel seelisches Elend provozieren. Glücklicherweise hat die Bundesregierung vorausschauend eine IGES- Studie in Auftrag gegeben. Sie erinnern sich sicher, die IGES- GmbH hatte zuvor die Hebammendatenerhebung im Auftrag der Regierung durchgeführt. Nun beschäftigte sie sich mit der betriebswirtschaftlichen Auslastung psychischer Krankenhäuser, Personalschlüssel und Patientenbedarf u.s.w. Die Studie ist fertig, nun werden die psychiatrischen Abteilungen in den Krankenhäusern hoffentlich bald entlastet sein und spezialisierte Einrichtungen entstehen. Schliesslich muss den zunehmend verunsicherten und verwirrten BewohnerInnen dieses Landes irgendwo entgeltlich geholfen werden. Dass es schlichte menschliche und nahezu kostenlose Methoden der seelischen Gesunderhaltung geben könnte, scheint den exponentiellen Wachstumszwang der Märkte eher zu beunruhigen.