Hebammenpolitik 25.08.2011

Wieviele Eltern können sich eine niedergelassene Hebamme zur Geburtsbegleitung finanziell leisten ?
Nicht nur die Altersarmut….sondern auch die Elternarmut dürfte unter den geplanten politischen Rahmenbedingungen zunehmen. Ein Beispiel, Zitat:

“…zur Abschaffung des Elterngeldes:

Der Kollege K., Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU-Fraktion, hat…gesagt, man solle das Elterngeld abschaffen. Er hat zwar nicht gesagt, wofür er die freiwerdenden Mittel verwenden wolle, aber ich habe den Eindruck, dass er damit Kosten akquirieren will oder Finanzmittel, die zur Bewältigung der Krisenkosten helfen könnten. Ich war schon sehr beeindruckt, dass die CDU/CSU – zumindest ihr Fraktionsvorsitzender – so schnell bereit ist, etwas, was sie sich doch als großen Erfolg angerechnet haben, über den Haufen zu werfen. Wir als LINKE wollen, dass das Elterngeld weiter gezahlt wird. Wir wollen allerdings auch, dass arbeitslose Mütter das Elterngeld, das ihnen gestrichen wurde, wieder bekommen.” Zitat Ende.

Quelle: Statement der Vorsitzenden der Partei DIE LINKE, G. Lötzsch, auf der wöchentlichen Pressekonferenz,  http://www.die-linke.de/nc/dielinke/nachrichten/detail/zurueck/aktuell/artikel/bundesregierung-ist-unfaehig-die-finanzkrise-zu-loesen/

Welche positiven Auswirkungen sollte die “Linke” im Fall des Elterngeldes für die weitere Zukunft bewirken ?

Es gilt zu bedenken, dass die Linke Partei trotz erheblichen Interesses bisher keine hebammenrelevanten Veränderungen herbeigeführt hat, weil sie eben ” nur” eine kleine Fraktion ist und das Elterngeld, entgegen der “linken” Ansicht, bedürftigen Bevölkerungsgruppen von Regierungsseite zum 01.01.2011 strikt aberkannt wurde.

Die Einbeziehung der inländischen Bevölkerung mittels Volksabstimmung wäre eine wirksame Methode, um die sozialen Errungenschaften zu erhalten. Die Möglichkeit einer Volksabstimmung in Deutschland ist ( vorsorglich… zur Sicherheit der Regierungsstrukturen) vom Grundgesetz her nicht vorgesehen und das Parlament nimmt seine Kontrollfunktion gegenüber der Regierung offensichtlich nicht ernst, sonst wäre die Streichung des Elterngeldes bei ALG II- Empfängern, u. a. des sozialen Friedens willen, verhindert worden.

Freien Hebammen, die auf eine ausreichende Bezahlung der Rufbereitschaftspauschale zur Geburtsbegleitung( für ihre 24- Stunden- Rufbereitschaft für ca. 6 Wochen pro Frau ) angewiesen sind, schrumft das Klientel unter den gegebenen gesellschaftlichen, versicherungsvertraglichen und politisch indoktrinierten Verhältnissen zusammen. Die GKV tut ihr übriges…

PS:
Haben Sie schon einmal einen Autolackierer getroffen, der sich freiwillig und kostenlos 24- Stunden täglich und ganze 6 Wochen lang verpflichten würde, jederzeit und promt auf Abruf vorbeizukommen, um die Kratzer an Ihrem Auto zu entfernen.
Zugegeben, bei einem Stundensatz von 160 bis 200 Euro ( momentan in Essen / Ruhr) könnte so ein Handwerker, rein theoretisch, die fehlende Rufbereitschaftspauschale verschmerzen und die Nebenkosten inclusive Versicherungsprämie läge ohnehin im lächerlichen Bereich. Denken Sie, was Sie wollen: das ist eine betriebswirtschaftlich gute Kalkulation. Unternehmer achten auf den Kostenpunkt und stellen sich nicht für Nichts zur Verfügung, sonst sind sie bald pleite.

Die Versicherungen (z. B. die Huck- Coburg ) sind bereit und willens, diesen Stundenlohn von durchschnittlich 180 Euro bei Rechnungsstellung einer Auto- Lackreparatur zu zahlen.

Da haben die zwei maßgeblichen Vertragspartner der GKV, von deren Vertragsvereinbarungen alle freien Hebammen, ob gewollt oder nicht, abhängig sind, einige Perspektiven dazuzugewinnen…