Hebammenpolitik 24.02.2011

Gespräch über Gutachten zur Vergütungs- und Versorgungssituation in der Geburtshilfe

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hatte am 8. Februar 2011 zu einem Gespräch über das von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler angekündigte Gutachten zur Einkommens- und Versorgungssituation in der Geburtshilfe eingeladen. Das Gespräch fand zwischen 14.00 und 15.30 Uhr statt, anwesend waren für den Deutschen Hebammenverband (DHV) Monika Selow (Beirätin für den freiberuflichen Bereich)  und Susanne Steppat (Beirätin für den angestellten Bereich) , für den Bund freiberuflicher Hebammen e.V. (BfHD) Susanne Schäfer(1.Vorsitzende) und für den Deutschen Fachverband für Hausgeburtshilfe e.V.(DFH) Eva-Maria Müller-Markfort (Präsidentin)und Hella Jonas(Vorstand) .  Ministerialrätin(MinRä) Birgit Naase, Leiterin der Unterabteilung G1, Grundsatzfragen der Gesundheitspolitik und Pflegesicherung, und Dr. Ministerialrat(MinR) Martin Schölkopf – Fachmann für die Hebammendaten – vertraten das Bundesgesundheitsministerium.
Einleitend stellte Herr Dr. MinR Schölkopf kurz dar, wie die grundsätzliche Herangehensweise an das Erstellen einer Datenlage sei: Das BMG werde eine Leistungsbeschreibung über die Inhalte und Zielsetzungen des Gutachtens erstellen. Es werde vom BMG eine Ausschreibung über die Erstellung des Gutachtens geben und das BMG werde entscheiden, welches Institut den Auftrag erhalte. Das Institut, welches den Zuschlag erhält, werde sich dann wiederum um den Kontakt zu den Verbänden bemühen. Das Ministerium mahnte an, dass der Erfolg des Gutachtens eine gute Zusammenarbeit der Hebammenverbände und des ausführenden Institutes voraussetze. Das Gutachten müsse in zwei Themenkomplexe aufgeteilt werden. Es solle die Vergütungssituation und die Versorgungssituation in der Geburtshilfe dargestellt werden.
Die Verbände hatten bei dem Termin die Möglichkeit, die aus ihrer Sicht für das Gutachten relevanten Fragestellungen vorzutragen. Die Vertreterinnen des DHV sahen es als sehr schwierig an, die Versorgungssituation mit Hebammenhilfe überhaupt darzustellen. Susanne Schäfer, die  den Bund freiberuflicher Hebammen Deutschlands (BfHD) als Vorsitzende  vertrat, stellte in der Halbzeit der Sitzung dem Gremium die offene Frage, worum es bei diesem Termin eigentlich ginge. MinRä Naase antwortete mit großem Erstaunen und verwies auf die Einladung.
Der Deutsche Fachverband für Hausgeburtshilfe (DFH) übergab dem Ministerium eine Mappe mit Informationen zur Versorgungslage mit Hebammenhilfe in ländlichen Gebieten und mit Informationen zur Einkommenssituation von Hausgeburtshebammen. Darüber hinaus wies die Vertreterin des DFH Hella Jonas auf die Dringlichkeit hin, die reale Versorgungssituation mit Geburtshilfe in Zeiten leerer Kassen und Schließungen kleiner Krankenhäuser richtig zu bewerten. Nach Ansicht des DFH müsse die Versorgung mit Geburtshilfe flächendeckend betrachtet werden und sich in der Vergütung der in der Geburtshilfe tätigen Personen und Institutionen widerspiegeln. Schon jetzt herrsche in ländlichen Regionen akuter Versorgungsmangel und von freier Wahl des Geburtsortes könne keine Rede sein.
Die Ministerialmitarbeiter betonten am Ende, dass sie in dem Gespräch wichtige Anregungen bekommen hatten.
Pressemitteilung des DFH, 8.2.2011