Hebammenpolitik 23.08.2010

„Ein Weg entsteht, wenn man ihn geht.“ (aus China)

Liebe Kolleginnen, liebe AktivistInnen,

im Nachgang zur erstmalig veranstalteten „Offenen Vorstandssitzung“, berichten wir zeitnah und kurz über die aktuellen Diskussionen in unserem Verband. (Das ausführliche Protokoll der Sitzung liegt in der Geschäftsstelle vor.)

Die gemeinsame Bewertung des katastrophalen Schiedsstellenergebnisses nahm breiten Raum ein. Die Frage, ob die Vorstandsfrauen mit einer Ablehnung der Einigung zwar eine schlechtere Vergütung hingenommen, aber die Möglichkeit zur Klage und weiteren Protestes gehabt hätten, wurde heftig debattiert. BfHD-Vorstandsfrau Susanne Schäfer hat eine schriftliche persönliche Erklärung zum Schiedsstellenprotokoll abgegeben, das auf die weiterhin unverändert dramatische Lage für die geburtshilflich arbeitenden Hebammen, voran die Hausgeburtshebammen, hinweist. Letztendlich bleibt aber der Eindruck, die Hebammen hätten sich geeinigt und das Problem wäre beseitigt.

Die falschen Aussagen im Petitionsausschuss (Hausgeburtshebammen würden 30-35 Frauen im Jahr annehmen, pro Hausgeburt erhielte sie dann 1500 Euro) verschlimmern diese Informationsschieflage zusätzlich.

Die Vorstandsfrauen berichteten über die vielfachen Aktivitäten im vergangenen Quartal (z.B. die Zusammenarbeit mit der Initiative „Hebammen für Deutschland“, die Inanspruchnahme von externen BeraterInnen, die Termine bei Minister Rösler und dem Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft, etc.) Auf vielen Ebenen konnten wir den Fokus auf die klassische 1zu1-Betreuung lenken und auf die prekäre Situation – vor allem der Hausgeburtshebammen – hinweisen.

Eine gute Nachricht: Trotz Sommerpause sind Hebammen und ihre Probleme in den Medien weiter präsent.

Um nun gemeinsam nach vorn zu schauen, und uns für die weiteren Engagements zu rüsten, brauchen wir sowohl umfassende aktuelle Daten unserer BfHD-Mitgliedsfrauen als auch zusätzliche Einnahmequellen, schlichtweg Geld.

Wir arbeiten weiter mit Hochdruck an einer echten Alternative zur momentanen Versicherungssituation.

Zum Zweck der dafür unbedingt notwendigen Datenerhebung haben wir mit der Beratungsagentur und den Kolleginnen von „Hebammen für Deutschland“ einen ausführlichen Online-Fragebogen entworfen, um speziell für BfHD-Mitgliedsfrauen die aktuelle Einkommens- und Arbeitsbedingungen (anonymisiert) in die Verhandlungen einbringen zu können. Ihr bekommt ein hierzu ein ausführliches Post-Anschreiben, und es ist sehr wichtig, dass wir einen umfangreichen Rücklauf bekommen.

Die Suche nach Industrie- und Kooperationspartnern ist für den BfHD teilweise Neuland. Bisher reichten für die Aktivitäten unsere Mitgliedsbeiträge aus, allerdings haben viele unserer Aktiven eben auch viel ihrer persönlichen Zeit für unseren Verband gespendet und wir wirtschaften in unserem BfHD-„Alltagsgeschäft“ seit Jahren möglichst sehr sparsam.

Festzustellen ist, dass wir aus den Mitgliedsbeiträgen die anstehenden, immer umfangreicheren berufspolitischen Aufgaben keinesfalls finanzieren können.

Auch der Wunsch und die Forderung nach externer professioneller Unterstützung kann nur durch das Generieren zusätzlicher Gelder umgesetzt werden.

Über die vom Vorstand zwischenzeitlich initiierte Partnerschaft und weitere geplante Verträge gab es heftige und zum Teil emotionale Diskussionen. Wie im HebammenInfo und im letzten NewsTicker berichtet, haben wir bereits die Zusammenarbeit mit der Firma Salus begonnen. Dies wurde von der Versammlung in einer Abstimmung mehrheitlich bestätigt, für neue Kooperationen und Hintergrundinformationen wurde von Mitgliedsfrauen eine außerordentliche MV beantragt.

Auf dieser außerordentlichen MV habt Ihr nun alle die Möglichkeit, die Strategien und Kooperationsvorschläge von uns Vorstandsfrauen abzustimmen.

Genauer Termin und Ort werden im HebammenInfo (Erscheinungsdatum 15. September) bekannt gegeben.

Die nächste ordentliche MV mit Vorstandswahlen findet dann im ersten Halbjahr 2011 statt.

Weitere Tagesordnungspunkte für die nächste MV werden sein:

–  Gründung eines Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit für Hebammen

–  politische Strategie / Klageweg, Datenerhebung, politische Basisarbeit, Gesetzesinitiative

Wir halten Euch weiter auf dem Laufenden und wünschen uns allen einen langen Atem!

für den BfHD-Vorstand

Susanne Schäfer

Dorothea Kühn

BfHD – Bund freiberuflicher Hebammen Deutschlands e.V.