Hebammenpolitik 21.12.2014

Wenn ich als Hebamme nach, von IHK und BfHD geprüften und bewilligten, Businessplan einHebammenpolitik blüten wespe Einkommen von 22.400 Euro im Jahr als freiberufliche Hebamme in Vollzeitbeschäftigung erwirtschaften kann, so wie mein Rentabilitätsplan es vorgibt, von gesetzgeberischer Seite aber Sozial- und Versicherungsausgaben in Höhe von ca. 15.000 Euro im Jahr zu leisten sind, ist die Ausübung des Berufes der freiberuflichen Hebamme unter Berücksichtigung der Arbeitszeitgesetzgebung und der HebGO- Einkünfte betriebswirtschaftlich untragbar, denn die Produktivität kann schwerlich ohne Gesundheitsbeeinträchtigung oder Gesetzesverstoß gesteigert und somit gewinnorientiert gestaltet werden. Das Ausgaben- Einkommensverhältnis ist seit 2010 zunehmend gestört, was bei Freiberuflern weitreichende Folgen haben kann, wie die Eltern- und Hebammen- Petitionen belegen. Und der Gesetzgeber ist gefordert, die Rahmenbedingungen des niedergelassenen Hebammenberufsstandes unter ökonomischen Gesichtspunkten allgemein zu ermöglichen. Eine Selbstverwaltung der Freiberuflichkeit und betriebswirtschaftliche Flexibilität der niedergelassenen Hebammen ist bei den derzeitigen vorgeschriebenen Einnahmemöglichkeiten, gesetzlich festgesetzten Arbeitszeitvermögen und festgelegten Ausgabenbelastung nicht gegeben.

Eine zeitnahe Änderung der momentan berufserschwerenden Rahmenbedingungen und die gesetzliche Einhaltung eines europaweit funktionierenden Versicherungswettbewerbs in Bezug auf die Berufshaftpflichtversicherung freiberuflicher Hebammen, wie sie vor 2008 vorhanden war, wäre m. E. von Regierungsseite sinnvoll. Die Gesetze sind vorhanden. Anderenfalls begeben wir uns in einen Werdegang, der einem subtilen Berufverbot geburtshelfender freier Hebammen immer ähnlicher wird. Das Argument der notwendigen Berufs- Haftpflichthöhe auf Grund der kleinen Klientel dieses Berufsstandes geht an der Realität vorbei. Wieviele freiberufliche Anästhesisten beispielsweise..glauben Sie inländisch zu finden ? Anästhesisten arbeiten mit Kranken und Schwerstkranken gewöhnlich invasiv im venösen, aspiratorischen und wirbelsäulennahen Bereich und sind mit ca.einem Drittel der Hebammenversicherungsprämie abgedeckt ?…im Gegensatz zu niedergelassenen Hebammen, die in aller Regel mit jungen und gesunden Menschen arbeiten und das dreifache dessen zu zahlen haben ? Notärzte arbeiten versicherungstechnisch, wenn gewollt, weitaus günstiger als Anästhesisten. Ist ein unter Narkose zu operierender junger Mensch weitaus weniger gefährdet, als eine gesunde Schwangere oder ein gesund zu erwartendes Neugeborenes ? Welche Logik liegt der unterschiedlichen Schadensberechnung von Versichererseite zugrunde ?

Ich erwarte eine gesetzgebergestütze Datenveröffentlichung der ausserklinischen, hebammenrelevanten Schadensfallauswertung aus Freiberuflichkeit, da der heutige Versicherungsprämienanspruch aus einem Geburtsschadenspool aller iatrogen, klinischen, ausserklinischen und hebammenrelevanten Geburten abgeleitet wird und somit die objektive Schadenssummenabschätzung und somit die realistische Versicherungsprämienkalkulation für den Berufsstand der niedergelassenen, geburtshelfenden Hebammen nicht nur für Hebammen und Institutionen, sondern auch für die versicherungswirtschaft unberechenbar ist, was nunmehr jeder Interessierte an der steigenden Hebammen- Versicherungsprämie ablesen kann. Ein freier Beruf darf sich auf seine Selbstverwaltug berufen, diese sollte auf Grund der bekannten Datenlage möglich sein. Die genaue Datenlage ist m. E.offiziell unbekannt. Gegenargumente sind willkommen und die staatlch initiierte Neugründung einer medizinischen Schadensdatenerfassungsstelle könnte diesbezüglich hilfreich sein.

Unsere Bundesregierung arbeitet für freie Hebammen und werdende Eltern ? Schauen wir mal:
http://www.bmg.bund.de/krankenversicherung/gkv-versorgungsstaerkungsgesetz/aenderungen-fuer-hebammen.html
Bei aller politischer Vollmundigkeit, es gibt Grund zur Kritik. Die Hebammenunterstützung und betroffene Eltern formulieren ihre Sorgen sehr präzise und es lohnt sich, sie zur Kenntnis zu nehmen, siehe: http://www.hebammenunterstuetzung.de/news/2014/11/10/stellungnahme-versorgungsstrkungsgesetz-elternprotest

Haben Sie irgend eine Meinung ? Dann können Sie unserem BMG des Bundesministeriums für Gesundheit in Berin öffentlich eine Nachricht zukommen lassen: https://www.facebook.com/bmg.bund