Hebammenpolitik 20.12.2014

Pressemitteilung des Deutschen Fachverbands für Hausgeburtshilfe e.V. (DFH) zum „Runden TischHebammenpolitik Malve Geburtshilfe – Fachgespräch „Aus-, Fort-,und Weiterbildung“ am 04.12.2014 im Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein – Westfalen

Die freie Wahl des Geburtsortes gerät zunehmend in Gefahr

„Hausgeburt ist ein Anachronismus“ so Prof. Schmidt von der DGGG. Die geburtshilfliche Versorgungsqualität sieht er nur in Level I Häusern erfüllt. Das Wissen um geburtshilfliche Techniken sei verloren gegangen und die Sectio bringt forensisch den Gynäkologen nicht in Schwierigkeiten. „Hebammen brauchen ein gutes Verständnis für Pathologie und das kann nicht nur bei normalen Notfällen in kleinen Häusern, sondern am Besten in einem Level I Haus erworben werden“, verkündet Schmidt dynamisch. Der DHV, die DGHWi und die Professorinnen der Fachhochschulen für Hebammenwissenschaften waren begeistert von dem Vortrag. Dachs (DHV) votierte für die vollständige Akademisierung des Hebammenberufs „ Wir fordern eine neue Ausbildungs- und Prüfungsordnung, ohne Eigennutz für unsere Berufsgruppe, Hebammen Kompetenzen sollten erhalten und Neue hinzugewonnen werden.“ Kahlberg-Spix, Lehrhebamme, stuft die Qualität der Ausbildung fachlich und methodisch als hoch ein, „ein gelungenes Modell“ .Sie warnt davor, „etablierte Systeme“ zu kippen.„ Hebammen sollten wissenschaftliches Wissen beherrschen und reflektieren, sie sollten Studien lesen und selber durchführen können“, so Prof. Schäfers( DGHWi). Für den BSc läge die Gesamtverantwortung bei den Hochschulen, modular und kompetenzorientiert sollte sich die Stundenzahl 50/50 zukünftig auf praktische und fachliche Unterrichtung verteilen, statt auf aktuell 3000 Stunden Praxis von den 4600 Gesamtstunden. Jaque-Rodney, stellt die Arbeit der Familienhebammen vor. Die Rahmenbedingungen für die Arbeit fehlen zwar, aber die Arbeit wäre wichtig sagt sie und „originäre Hebammen“ sind mit dieser Arbeit überfordert. S. Einfeld (Frühe Hilfen) macht klar, wo die Familienhebamme angesiedelt ist: neben ehrenamtliche Helfer „Geld ist für die Vergütung der Familienhebammen weder jetzt noch zukünftig vorgesehen“. Der DFH ist empört, wie die Geburtshilfe, setzen sich diese Ideen um, zu Grabe getragen wird und erschüttert, welche Werte und Haltungen hier zutage treten. Der Beruf hat seinen Kernauftrag, Geburtshilfe auszuüben, aktiv und selbstbestimmt mit dem DHV, seinen organisierten Vereine und Fachhochschulen und im Schulterschluss mit der DGGG, schon verlassen. Der DFH beantragt die sofortige fachliche Überarbeitung der geburtshilflichen Lehrbücher, da diese in keiner Weise den an Lehrbuch Anforderungen gerecht werden. Er fordert die Lehrkörper auf, geburtshilfliche Regeln unterrichten und mit Fakten arbeiten und fordert die DGGG auf, ihre Leitlinien zu überprüfen und sich verantwortungsvoll der Lehre und Ausübung geburtshilflicher Praktiken zuzuwenden, anstatt die Geburtshilfe aus finanziellen und forensischen Gründen einer Geburtschirurgie zu opfern. Siebertz( Ministerium) appelliert, die Preisgestaltung der DRG`s zu ändern, aber „ Niemand hat sich bisher bereit erklärt, einen politischen Preis für Geburten zu benennen. Außerdem gehen verschiedene Länder mit eindeutigen Vorgaben unterschiedlich um.“

Für den Vorstand des DFH Eva – Maria Müller – Markfort, Präsidentin