Hebammenpolitik 20.09.2013

Die WDR- Aufzeichnung am Verhandlungstag, an dem eine Hebamme kurzerhand im Gerichtssaal verhaftet wurde, ist ausHebammenpolitik - Eiche im Schmutzgitter dem Netz entfernt worden. Die Einlassung des Verteidigers und der Präsidentin des Hausgeburtsverbandes am Gerichtstag waren in diesem Video sehr aufschlussreich und nicht nur hebammenrelevant. Sie hätte Eltern und solche, die es werden wollen, nachdenklich stimmen können.
Was Prominente mit finanziellem Einsatz durchsetzen, um ihre Ehre zu retten, zum Beispiel: “… Götze lässt Schmäh-Videos für 50.000 Euro aus dem Netz entfernen…” erledigt der 12. Rundfunkänderungsstaatvertrag in kritischen Momenten ganz von selbst.

Entgegen dem Wissen normaler Medienkonsumenten war dem deutschen Hebammenverband seit Veröffentlichung bekannt, das dieses Video binnen fünf Tagen unauffindbar sein würde…es ist unfindbar. Haben Sie eine Kopie des Videos angefertigt, um Anderen die Meinung von Hebammenseite nahezubringen? Siehe:
http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/lokalzeit/lokalzeit-aus dortmund/videolokalzeitausdortmund330.html

Der WDR führt aus:
“Ein großer Teil an gelöschten Seiten ist auf die Bestimmungen des 12. Rundfunkänderungsstaatvertrags zurückzuführen. Dieses Gesetz, das seit dem 1.6.2009 in Kraft ist, schreibt uns unter anderem vor, unsere Inhalte nur noch zeitlich begrenzt anzubieten und sie danach ganz aus dem Netz zu nehmen. In diesen Fällen erhalten Sie unter Umständen eine Fehlerseite…” Das Verweildauerkonzept beinhaltet Details, wie lange WDR-Inhalte in Zukunft online bleiben dürfen. Es ist Teil der Telemedienkonzepte, die der WDR 2009 dem Rundfunkrat vorgelegt hat. Dieser hat in einem sogenannten Dreistufentest zu prüfen, ob die Telemedien des WDR, dazu zählen Onlineangebote und der WDR- Videotext, dem öffentlich-rechtlichen Auftrag entsprechen, welchen qualitativen Beitrag sie zum publizistischen Wettbewerb leisten und welcher finanzielle Aufwand dafür erforderlich ist.

Können Sie zwischen den Zeilen das Wort “Pressefreiheit” lesen? Wenn Sie eine gute Spürnase haben, erahnen Sie vielleicht eine Duftnote dessen…und es wäre zu fragen, welche Leute den Rundfunkrat zu wessen Vorteil als Institution nutzen. Willkür, Lobbyismus sowie einseitige Propaganda gibt es in einem demokratischen Sozialstaat nach Ansicht seiner BürgerInnen nicht.

Der Inhalt des gelöschten Videos war ein denkwürdiges Gegengewicht zu den jetzt folgenden, flächendeckenden Publikationen, mit denen Journalisten Honorare erhalten dürfen. Damit wird werdenden Eltern suggeriert, das sie sich wie Hänsel und Gretel in Acht nehmen sollten. Nach Auskunft der Ankläger ( im gelöschten Video beispielsweise) hat die freie Hebamme Organe entfernt… Es wurden Behauptungen aufgestellt, die an der Realität vorbeigehen, welche aber sehr publikumswirksam angebracht werden können.

Wenn einer Hebamme der Aussenkontakt, bis auf den geprüften Briefwechsel, untersagt wird und drei Besuchstermine pro Monat bewilligt werden, wird diese Hebamme durch den Gefängnisauffenthalt systematisch in Vielem behindert, auch an der Richtigstellung der durch die Presse wandernden Unrichtigkeiten.

Der WDR sendete ein neues Video bei Frau TV am 19.09.2013 zum Thema Knasthebamme. Es wirkt m.E. wie eine bewusste Umlenkung des Themas,ja wie ein Ablenkungsmanöver und es wäre interessant, zu beobachten, wielange dieses Video denn online bleiben darf, siehe: http://www.wdr.de/tv/frautv/sendungsbeitraege/2013/0919/knasthebamme.jsp
Solcherlei Beiträge, wie “Geburtshilfe hat in Deutschland keine Zukunft” vom 04.05.2010, finden Sie bis heute im Internet, siehe:
http://www.stern.de/gesundheit/hebammen-protest-geburtshilfe-hat-in-deutschland-keine-zukunft-1563831.html

Über Medienkonzerne veröffentlichte Beiträge zum heutigen Thema klingen in etwa so:

“Toter Säugling – Hebamme im Dortmunder Landgericht verhaftet – Waz, siehe:www.derwesten.de › Städte › Dortmund
…Im Dortmunder Landgericht ist am Donnerstagabend eine angeklagte Hebamme festgenommen worden. Bei einer ambulanten Geburt in einem Hotel in Unna war vor rund fünf Jahren ein Kind gestorben. Haftgrund ist Verdunkelungsgefahr….Anklage wegen Totschlags.
Gestern dann eine außergewöhnliche Wendung in dem Prozess: Die wegen Totschlags angeklagte Hebamme wurde im Gericht festgenommen und kam direkt in Untersuchungshaft….””,siehe: http://www.ruhrnachrichten.de/lokales/dortmund/Verdunkelungsgefahr-Hebamme-im-Gericht-verhaftet;art930,2117194

Die aktuellen Tatsachen sehen offensichtlich anders aus:

Nach Auskunft der bei Gericht vorsprechenden Pathologin hatte das Kind mehrere Organanomalien und wäre Weder in Anwesenheit noch Abwesenheit medizinischen Personals lebensfähig gewesen. ES gab keinerlei Geburtsverletzungen. Die unerhörte Unterstellung, dass die Staatsanwaltschaft die Verdunkelungsgefahr als Haftgrund vorschiebt, um die Aufhellungsgefahr bei objektiver Verteidigung zu bannen, klingt nach bekannter Faktenlage wenig hypothetisch.

Das europäische Kesseltreiben freier Hebammen ist augenfällig. In Ungarn, in England, in Griechenland…auch die Hausgeburtsmütter wurden und werden in Hausdurchsuchungs- Akts mit einbezogen und in manchen Ländern trotz Schadensfreiheit gleich mitverklagt. Die Hausdurchsuchungen sind in öffentlichen Publikationen kaum erwähnenswert, wenn auch sehr suspekt. Es geht nicht um Gut und Böse, nicht um Schwarz und Weiß. Es ist wie Roulette, die freie Hebamme ist aber kein Mitspieler, sondern der Spielball. Das gilt es zu ändern, erst im Bewustsein, dann in der Sichtweise der Dinge, und letztlich in der Realität.