Hebammenpolitik 19.12.2013

Es gibt momentan eine großangelegte Kampanie, um die Nichtversicherten wieder in dasHebammenpolitik com Laub Krankenversicherungssystem zu integrieren. Diese Kampanie im Interesse der GKV und PKV wird von Hebammenverbänden und vielen Initiativen und eingetragenen Vereinen gutwillig weiter getragen.

Gesamtdeutsch liegt die Zahl der Nichtversicherten im sechsstelligen Bereich. Nichtzahlende, also zahlungsunfähige, Selbstständige und Freiberufler gibt es noch mehr und es wurden in den letzten Jahren nicht weniger. Ganz das Gegenteil ist der Fall. Nun haben wir seit Mitte des Jahres einige Gesetzesänderungen und ein neues Gesetz zur Beseitigung sozialer Überforderung bei Beitragsschulden in der Krankenversicherung erfahren dürfen. Es wurde ein Schulden- Erlass für pflichtversicherte Nichtversicherte ausgerufen, wenn sie sich bis 31.12.2013 von der GKV/ PKV versichern lassen würden. Allgemeine Infos finden Sie hier, siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Gesetz_zur_Beseitigung_sozialer_%C3%9Cberforderung_bei_Beitragsschulden_in_der_Krankenversicherung

Natürlich fragt sich, welche Gegenleistung den erlassenen Beitrags- Schulden bei vorausgegangener Nichtversicherung gegenüber steht. Realistisch betrachtet…keine.
Zum Thema Krankenversicherung seien kritische Anmerkungen erlaubt. So sollten Nichtversicherte, neben den Angeboten der GKV und PKV, die Alternative der Solidargemeinschaften auskundschaften, bevor sie sich wieder krankenversicherungspflichtig binden. Ein Rundschreiben an alle GKV/ PKV- Krankenversicherer besagt, dass anderweitige Versicherungen im Krankheitsfall nicht anerkannt werden dürfen. Das fordern die GKV und PKV, nicht der Gesetzgeber. Und das hat m. E. Konkurrenzausschaltung zum Ziel. Denn würde sich die Krankenversicherungsalternative der “Artabana” beispielsweise, wie in der Schweiz, herumsprechen, müssten die heute obligaten Krankenversicherungen Marktverluste befürchten. Wer lässt sich einen Versicherungsbeitrag von der GKV oder PKV vorschreiben, wenn er den Versicherungsbetrag bei der Artabana frei wählen darf ? Wer belastet sich mit einem hohen PKV- Selbstbehalt, wenn er diesen ebenso zum halben Beitragssatz bei der Konkurrenz haben kann. Wer lässt sich mit einem Selbstbehalt von 4500 Euro und einem Beitrag von ca.3000 Euro jährlich mit einer Gutschrift von 80 Euro abspeisen, obwohl er keinerlei Kosten verursacht hat, während eine Artabana 60 % des Beitragsgeldes jährlich bei Kostenfreiheit zurückerstattet ? Schauen Sie erst einmal genau hin, und rechnen Sie ihren individuellen Bedarf gegen die Krankenversicherungsforderungen auf, bevor Sie der eventuellen Schuldenbefreiung von GKV und PKV Glauben schenken.Sicher, ein Notlagentarif bei der PKV ist auch nicht zu verachten und der Kostenpunkt plus Anwaltskosten bleibt nach der neuesten Gesetzesänderung überschaubar. Es ist gut möglich, dass eine Erwachsene mit 110 Euro und ein Kind mit 75 Euro pro Monat notfallversichert ist und es bleibt, plus einem Prozent Säumniszuschlag. Aber kommen Sie nicht auf die Idee, von der PKV mittels ordentlicher Kündigung in eine anderweitige Versicherung im Krankheitsfall zu wechseln. Diese Folgeversicherung wird von der PKV nicht anerkannt. Vorsicht, Sie bleiben Mitglied gegen Ihren Willen. Für Unversicherte und Auslandseinreisende ist die alternative Versicherungsform problemlos möglich.

Der Schuldenerlass von selbstanzeigenden Nichtversicherten, die sich bis 31.12.2013 zur Mitgliedschaft anmelden, trifft auf gesetzlich Pflichtversicherte zu, aber nicht zwingend auf freiwillig Versicherte. Achten Sie im Vorfeld darauf, dass Sie nach der obligaten Krankenkassen- Anmeldung keinen Insolvenzverwalter hinzuziehen müssen, siehe:
http://www.tacheles-sozialhilfe.de/aktuelles/2013/Beitragsschuldengesetz.aspx