Hebammenpolitik 18.10.2013

Das Spiel geht weiter, wer werden die Verlierer sein ?Hebammenpolitik clematis
Hebammen haben mit offenen Karten gespielt, in der IGES- Datenerfassung ihre internen und persönlichen Daten über einen Zeitraum von vier Jahren preisgegeben.
Weder Kranken- noch Berufshaftpflichtversicherungsanbieter haben nötige Konsequenzen daraus gezogen. Es ist, wie es ist.

Mit verdeckten Karten spielen ist auch eine Spielart. Die globalen Kartelle schwellen unentdeckt wie Krebsgeschwüre an. Die freien Hebammen dürften sich zunehmend wie “Freie” im Mittelalter fühlen. Sie sind ja frei, niemand der Mächtigen sieht sich für sie zuständig.
Die Arbeitsschwerpunktverschiebungen und Berufswechsel der Hebammen sind für viele Frauen dieses Landes schmerzhaft.

Die Schwangeren und Wöchnerinnen fordern, auch auf Grund der anwachsenden Elternarmut, Hilfe an und suchen individuelle, kompetente Betreuung. Die Wartelisten der “Frühen Hilfen” werden lang und länger und die Anbieter freuen sich über steigenden Zulauf. Im Ruhrgebiet ist eine Warteliste mit 50 Bedürftigen, in einer Stadt wie Essen beispielsweise, nicht mehr ungewöhnlich. Die Zahl der Aussendienstmitarbeiter der Jugendhilfe und Jugendämter ist erheblich angestiegen, obschon die Geburtenraten empfindlich sinken und der reiche Kindersegen ausbleibt. Hier werden Elternkonflikte abgearbeitet, die im Vorfeld systemisch produziert werden.

Der demokratische Sozialstaat mutiert zu einem diktatorischen Intrigenstaat. Zumindest reicht eine reale Bedürftigkeit trotz persönlicher Vorsprache bei der wohnortzuständigen Sozialarbeiterin des Jugendamtes für eine adäquate Hilfebereitstellung nicht aus.Ihr zitat: “In schwebende Verfahren mischen wir uns nicht ein”. Dabei ist es vollkommen unerheblich, ob das Sozialgericht sechs Wochen oder sechs Monate zur Zulassung der Existenzsicherung benötigt. Andererseits werden anonyme Meldungen per Mundpropaganda promt durch den ASD mittels persönlichem Hausbesuch abgearbeitet. Nach dem Motto: Jeder ist verdächtig. So sieht es das Gesetz vor und es hat den Anschein, dass die Dienstvorgaben und Gesetze promt an der Realität vorbeischießen.

Wenn Eltern in der Elternzeit vom Jobcenter keine ausreichende Existenzsicherung zuerkannt bekommen und trotz sozialstaatlicher Lebensberechtigung, Anwaltnahme und Sozialgerichtinanspruchnahme mit Baby monatelang in Existenzangst leben müssen, alle möglichen Ämter und Institutionen in dieser Zeit, mit Ausnahme von Tafel e.V. und Kleiderkammer, erfolglos persönlich aufsuchen, stellt sich die Frage, vor welchen potentiell gefährlichen Eltern das mehrfach geänderte Kinderschutzgesetz die bedürftigen Kinder schützen soll. Vielleicht sollten die Eltern nunmehr vor den unzureichend arbeitenden Institutionen und den lebensfernen Dienstvorgaben  geschützt werden. Eltern, die ihre Nachsorgehebamme unterwürfig um zwanzig Euro bitten, weil ihr Konto leer ist und sie keine Babymilch mehr kaufen können, werden in Deutschland nicht weniger. Es ist von Hebammenkolleginnen immer wieder zu hören.

Wenn aber eine freiberufliche Hebamme ihre gesetzlich zwingend zu fordernden Versicherungsabgaben geleistet hat, summasumarum ca. 15.000 Euro im Jahr, bleibt ihr selbst nichts, was sie geben könnte.
Unter anderem deshalb ist die schleichende Übernahme der Hebammentätigkeiten, mit freundlicher Unterstützung des Gesetzgebers, von anderen Institutionen möglich.

Dass die Lage erst ist, bleibt unbestritten.
Bürger und Bürgerinnen, die der Meinung sind, das wir kein hebammenloses Duplikat von USamerika sein sollten, können immer und überall Protest anmelden.
Vorverfasste Protestbriefe zum Lesen und versenden finden sie auf der Webseite der Hebammen für Deutschland, siehe:
http://www.hebammenfuerdeutschland.de/protest