Hebammenpolitik 18.09.2010

Antrag von Irene Behrmann, BfHD-Fördermitglied, GreenBirth e.V. – Vorsitzende

Die a.o. Mitgliederversammlung des BfHD möge am 24.9.2010 beschließen,

den Vergleich vom 5.7. 2010 zu kündigen und eine Kernaufgaben-Nebenkostenpauschale (KNP)

in Höhe der jeweils anfallenden Haftpflichtsumme für jede unabhängig tätige Hebamme

(auch für die Zweithebamme) zu fordern.
Zur Begründung:

Die Schlichtungsverhandlungen waren mit der Zielsetzung anberaumt worden,

die gescheiterten Gebührenverhandlungen vom Frühjahr des Jahres unter Maßgabe

der Wirtschaftlichkeit nach § 134 a zu führen.

Dabei blieben die extrem gestiegenen Nebenkosten der Kernaufgabe Geburtshilfe

ungenügend berücksichtigt. Nach den Erhöhungen von € 100,- bzw. € 8,- (brutto)

bleiben den unabhängigen Hebammen nach Abzügen von Steuern und Sachkosten

pro Geburtshausgeburt ca. 274,00 €,
pro Hausgeburt ca. 300,- € und als

Beleghebamme ca. 118,50 €.

Der Gesetzgeber schreibt vor, dass um die Kernaufgabe ausüben zu dürfen,

die erwähnten Nebenkosten in voller Höhe im Voraus zu entrichten sind.

Das geht aber nur unter der Voraussetzung,

dass diese hohen Nebenkosten berücksichtigt werden.

Es kann nicht länger hingenommen werden, dass diese Kosten

durch andere Tätigkeiten erwirtschaftet werden müssen.

Die Haftpflicht muss die Hebamme, die ihrer Kernaufgabe nachgeht,

zurzeit von ihrem Nettoverdienst vorstrecken, bei einem

kalkulierten Stundenlohn von netto ca. 7,50 €.

Eine Geburtshaushebamme muss 13,

eine Hausgeburtshebamme 12 und

eine Beleghebamme mit 1:1 Betreuung sogar 31 Geburten

mit bis zu 11 Stunden Arbeit begleiten,

um ausschließlich die Nebenkosten Haftpflicht zu erwirtschaften.

75 % der unabhängigen Hebammen begleiten pro Jahr

nachfragebedingt aber nur bis zu 10 Geburten.