Hebammenpolitik 18.06.2011

Persönliche Petitionen einzureichen ist eine erquickliche Beschäftigung, um sich vor der Insolvenz oder dem Berufswechsel oder der Tätigkeitsverlagerung ins Ausland sagen zu können: ” Ich habe mein Möglichstes getan, um die Regierenden dieses Landes auf mein subtiles Berufsverbot, insolvenzfördernde Rahmenbedingungen, Wettbewerbsbehinderungsstrategien, Kundenlenkung, Preisabsprachen und Kartellbildungen hinzuweisen. Es beruhigt das Gemüt, ändert aber nichts an der Realität.

Die Landespetitionsämter arbeiten nicht in Eile und ihre Antworten erscheinen mir wie Fische…kalt und schleimig, nicht zu fassen. Und ich werde das Gefühl nicht los: “Wir sitzen auf einem Gletscher, der rutscht und alle bemühen sich ernsthaft, es nicht zu bemerken.”

Sie erinnern sich, am 14.04 2010 war dem Petitionsausschuss in Berlin das Anliegen deutscher Hebammen offiziell bekannt, siehe Text der E-Petition ID 11400, Zitat:

“Die Zentralisierung der Geburtshilfe in perinatologischen Zentren benötigt ein Gegengewicht von wohnortnaher Versorgung….. immer mehr kleinere Krankenhäuser sind gezwungen ihre geburtshilflichen Abteilungen zu schließen, weil weder Beleghebammen noch – ärzte ihre Prämien zahlen können.
Die Politik wird deshalb aufgefordert Abhilfe zu schaffen. Wenn die Bundesregierung ihrer Verpflichtung nachkommen will eine flächendeckende Versorgung zu garantieren, sind Sofortmaßnahmen zu ergreifen.” Zitat Ende.

Nunja, wissen Sie, wie das Resultat ausgefallen ist ? Ist die Petition nicht immer noch in Bearbeitungs- Status ? Vielleicht fragen Sie bei Gelegenheit einmal nach, ob schon ein praktischer Fortschritt, neben der kürzlich in Auftrag gegebenen Datensammlung, erreicht wurde, siehe: https://epetitionen.bundestag.de/index.php?&action=petition;sa=details;petition=11400

Es ist ein Spiel auf Zeit, nach dem Motto:” Immer mit der Ruhe, wo ist das Problem ?” Das Problem ist vielschichtig und gravierend erscheint mir die versuchte Umwandlung von Geburtshilfe in Geburtsmedizin, gepaart mit der Illusion der Sicherheit. Alte Hebammen mit Lebenserfahrung wissen um das Trugbild der Sicherheit, aber sie ist eine Ware, die von werdenden Eltern und gewordenen Eltern gern gekauft wird und deshalb auch gern gewinnbringend verkauft wird. Ein lukratives Geschäft. Für Intuition und selbstständiges Hebammenhandwerk ist da wenig Platz.

Meine letzten Landespetitionseingaben, bezüglich der Berufshaftpflicht- Prüfung, werden seit Februar 2011 bearbeitet und die nach und nach eintreffenden Antworten sehen zum Beispiel so aus:

Petition Bayern.pdf

Petition NRW.pdf

Petition-NRW-2.pdf