Hebammenpolitik 16.05.2011

In der Schweiz steht ja nun auch die Einführung der DRGs bevor – damit werden Frauen nach Spitalgeburt möglichst schnell (vorzugsweise vor dem 3. Tag) nach Hause geschickt ( bis jetzt 5 Tage üblich). Diese Situation lässt befürchten, dass ein Betreuungsdefizit für die Frauen zu Hause die Folge sein wird, weil es zu wenig freipraktizierende Hebammen haben wird. Nun sind einige lokale Projekte am entstehen – leider alles unkoordiniert und die Gesundheitsdirektionen der einzelnen Kantone haben sich dazu noch keine Gedanken – geschweige denn eine Strategie zur Versorgungssicherheit von Frauen im Wochenbett gemacht…..Auch in anderen Regionen haben Spitäler zusammen mit freipraktizierenden Hebammen einige Vorbereitungsarbeiten begonnen im Hinblick auf die Einführung von DRGs. Solche Projekte werden vielleicht die Versorgungssicherheit in einigen Regionen gewährleisten oder die Folgen mindern….es ist ein “Schwarzpeterspiel” wo die Kliniken nun die nicht mehr rentable Wochenbettbetreuung auslagern zu billigeren Dienstleisterinnen, den freipraktizierenden Hebammen – die Hebammen übernehmen es – mit gütiger Hilfe von Kliniken – ohne viel aufzumurren und sehen nur die positive Seite, nämlich dass die Wochenbett- Betreuung vermehrt wieder ins häusliche Umfeld verlagert wird. Bei diesen unkoordinierten, ohne Strategie der politischen Seite, werden einmal mehr ländliche Regionen auf der Strecke bleiben….

Beste Grüsse und weiterhin einen langen Atem in der Hebammepolitik

M. Haueter

( gekürzte Fassung)