Hebammenpolitik 15.08.2011

Ja, Deutschland wird, wenn es nach Lobbyisten und lobbyinteressierten Politikern geht, ein freies Land, exakt ausgedrückt… ein hebammen- freies Land. Unsere Mitbürger werden über Presse und Medien mit dem Problem der “freien Hebammen mit Geburtshilfe”  konfrontiert, aber es wird trotz Feststellung des gesellschaftspolitischen Skandals keine grundgesetzkonforme Alternative aufgezeigt. Weder den Eltern noch den Hebammen.

Wenn man einen Esel überlädt, bricht er zusammen. Hebammen sind keine Esel, viele fühlen sich nur so. Um der ständigen Belastung zu entgehen, suchen sie  verschiedene Auswege und das Ausland wird plötzlich ganz naheliegend. Diese deutsche, genau betrachtet europäische, Neo- Inquisition hält an. Betroffene Eltern sind mit dieser Situation hoffnungslos überfordert und die freiberuflichen Hebammen werden von amts- und regierungswesen nachweislich, trotz ihrer z. T. erheblichen Initiative zum Zwecke der Existenzerhaltung, vertröstet und unwissend gehalten. Jetzt warten wir wieder,  auf das Petitionsergebnis, auf das Ergebnis der Datenerfassung von  Regierungsseite, auf eine hilfreiche Initiative von Versicherungs-,  Krankenkassen-, Rechtsbeistands-, BMG-, Bafin- oder Verbandsseite. Einige erfahrene Hebammen sind, genau wie viele Junghebammen, des Wartens leid und treffen zunehmend Entscheidungen, die von viel Mut, aber auch abgrundtiefer  Verzweiflung zeugen. Unsere Politiker inklusive ” Volksvertretung” sind ausgiebig auf das Berufsproblem freiberuflicher “echter” Hebammen gestoßen  worden. Unwissenheit wäre ein vorgeschobener Grund, um der gesellschaftlichen Verantwortlichkeit entgehen zu wollen. Dieser Grund fasst nicht mehr. Es ist davon auszugehen, dass es sich hier um politischen Vorsatz mit wirtschaftlichem Interessenshintergrund und Geburten- nebst Dokumentationskontroll- Bestreben handelt.

Hier finden Sie einen Bericht einer sehr erfahrenen deutschen Hebamme zum Thema: http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1300342774068

In unserem bürgerfreundlichen, demokratischen Land, in dem die freie Berufsausübung gesetzlich garantiert ist, dürfte es solch einen Beitrag eigentlich gar nicht geben. Und dennoch trifft die niedergelassenen Hebammen ein subtiles Berufsverbot. Bleibt uns für die Zukunft mehr Demokratie als in den Jahren 1914 oder 1933 ? Uralte Hebammen werden sich an die damaligen Turbulenzen sicherlich erinnern. Das hatten wir doch alles schon einmal.