Hebammenpolitik 14.06.2014

Der Gesundheitsminister der BRD fordert, dass eine Vereinbarung zur Sicherung der Qualität in der GeburtshilfeHebammenpolitik petitionen text (2) zwischen den Hebammenverbänden und dem GKV-Spitzenverband bis Jahresende stehen soll. Außerdem befürwortet er die Erarbeitung einer ersten hochwertigen interdisziplinären Leitlinie zur Geburtshilfe ? Nichts gegen Forderungen, die niedergelassenen Hebammen tun das seit vielen Jahren bis zum heutigen Tag, arbeiten, klagen und petitieren. Und die Eltern fordern etwas in unzähligen Aktionen und mittlerweile ebenfalls in Petitionen. Nichts gegen Geburts- Vorgaben, -Auflagen und -Datensammelambitionen. Freie Hebammen haben schon Forderungen gestellt, als es den hiesigen Gesundheitsminister noch gar nicht gab. Sie stellten ihre Forderungen an Herrn Rösler, an Herrn Bahr… und ? Warten immer noch. Nun auf die nächste Datenerfassung ?

Eine Forderung mit Fristsetzung von ministerialer Seite ist eine gute Idee, aber meines Erachtens ist die Interessensgewichtung der Forderung augenfällig einseitig.
Derweil geht die Hebammenflucht und Hebammeninsolvenzgefährdung unaufällig weiter.

Die impulsgebende Quelle der Bestrebungen zur “Sicherung der Qualität” ist offensichtlich die Versicherungsbranche in Gestalt der GKV, nicht ein BMG. Dieser ist allenfalls der öffentliche Fürsprecher der Versicherungsinteressen. Wieviel Gutes dabei für den niedergelassenen Hebammenstand herauskommen soll, steht in den Sternen, unerreichbar, ohne Fristsetzung. Bis jetzt.

Da gibt es aber ein kleines Problem mit den Festschreibungen und Perzentilen der Qualitätssicherungsbestrebungen.
Haben Sie schon mal eine Geburt gesehen, die einer anderen haargenau gleicht ?

Hebammenpolitik petitionen sammlung (2)

Geburten können hochverschieden sein, in jeder ihrer Faszetten, und trotzdem können sie für Mutter und Kind genau richtig und physiologisch verlaufen. Ebenso gibt es unproblematische Geburtsverläufe, die in den letzten fünf Minuten hochpathologisch werden können. Die Schulterdystokie ist so ein unvorhersehbarer geburtshilflicher Notfall, der sofortiges Handeln notwendig macht, da es fast zeitgleich zu einer kindlichen Hypoxie (Sauerstoffmangel) kommt. Und es rettet die Geburtshelfer in diesem Fall nicht, in einem Kreissaal zu sein. Da ist handwerkliches Hebammenkönnen, egal an welchem Ort, gefragt und ein Operationssaal nebst hochmotiviertem OP- Team wird Ihnen in diesem Ernstfall wenig nutzen.

Es sei darauf hingewiesen, dass die Hebammenkunst ein intuitionsbehaftetes Handwerk ist und wegen seiner Aussergewöhnlichkeit sehr gut bezahlt sein sollte und es gibt keine Berufsgruppe, die diese Tätigkeit adäquat ersetzen könnte.
Allen seit 2010 amtierenden Gesundheitsministern ist dieser Sachverhalt ganz offensichtlich noch nie in den Sinn gekommen.
vielleicht rebellieren die betroffenen Eltern, viele Hebammen und Mitbürger deshalb gegen die Gesundheitspolitikpraktik.
Eine Petition geht gerade in die Anhörung und schon hat die nächste Mutter eine E- Petition eingereicht. Petitionen gab es über die Jahre reichlich, reicht es immer noch nicht ? Diese hier läuft bis 03.07.2014.

https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2014/_03/_25/Petition_51168.mitzeichnen.html