Hebammenpolitik 13.06.2011

“Eine Niederlassungserlaubnis ……  kann widerrufen werden, wenn die Hebamme in den letzten drei Jahren weniger als zehn Geburtshilfen geleistet hat und die Geburtshilfe in dem zugewiesenen Bezirk anderweitig ausreichend sichergestellt ist….”; siehe: Gesetz über den Beruf der Hebamme und des Entbindungspflegers
(§ 29 (2) Hebammengesetz – HebG)

Haben Sie es gewusst ?
Ich ging davon aus, dass eine Hebamme ihren Tätigkeitsschwerpunkt ohne Einschränkungen auswählen darf, um als niedergelassene, zu neudeutsch “freiberufliche”, Hebamme arbeiten zu dürfen, egal ob sie sich zu Vorsorge-, Wochenbett-, oder Familienhebammen- Tätigkeiten bereitfindet.

Wir werden von unserem eigentlichen freien Beruf der “Hebamme” plus Geburtshilfe, mit allerlei politischen, ideologischen und finanziellen Tricks ferngehalten. Die freiberuflichen Hebammen mit weniger 10 Geburten im Jahr haben ihren Job längst aufgegeben, es sei denn, sie haben eine reiche Verwandschaft, die diese gesellschaftlich wichtige und alltägliche, zur Luxusbeschäftigung verkommenen, Arbeit gegenfinanziert.

Und die nichtgeburtshilflich arbeitenden freien Hebammen sind pro Forma…..Wochenpflegerinnen nach § 1 Abs. 2 der Verordnung über Wochenpflegerinnen wie im Bundesgesetzblatt Teil III, Gliederungsnummer 2124-4, ? Angestellte sind sie jedenfalls nicht und niedergelassene Hebammen im Falle der Niederlassungswiderrufung auch nicht, was dann ?

Wenn die Niederlassungserlaubnis einer Hebamme wegen geringem geburtshilflichen Tätigkeitsinhalt widerrufen werden kann, stellt sich die Frage, ob diese Niederlassungszulassung bei fehlendem Tätigkeitsschwerpunkt überhaupt beantragt werden muss.

Natürlich hat der Kontroll- und Meldezwang bei Hebammen jahrhundertelange Tradition. Aber wenn ihre Arbeit auf Grund der insolvenzfördernden Rahmenbedingungen keinen Bezug zu geburtshilflicher Hebammentätigkeit mehr haben kann, so lässt sich die Betreuungsarbeit sicher auch ohne Gesundheitsamt und hebammenspezifischen Auflagen organisieren. Welcome-online.de organisieren die praktische Hilfe nach der Geburt als gGmbH und soziales Franchise- Unternehmen durch ehrenamtliche Mitarbeiter und neben Spenden sind auch Unternehmenskooperationen ein wichtiges Standbein zur Finanzierung. Seit 2007 ist Frau Merkel die Schirmherrin von der gemeinnützigen Wellcome- GmbH. Also ist davon auszugehen, dass diese Tendenz politisch gewollt ist. Oder irre ich mich ?