Hebammenpolitik 10.03.2014

Diese zusammenaddierten Schadenfälle, Schadenshöhen und Prämiensteigerungen potenzieren sich mit demHebammenpolitik schwimmender kienappel Gesetzeszwang zur Hebammen- Haftpflicht und den seit Jahren schwindenden Versicherern, dem fehlenden europaweiten Versicherungswettbewerb, welcher die deutschen Hebammen seit 2011 hart trifft und die Preise treibt, zu einem Problem, dass ein subtiles Berufsverbot schafft und damit Eltern wie Hebammen gleichermaßen unglücklich trifft. Nebenbei bemerkt, sind freiberufliche Hebammen nach Rentenversicherungsrecht den Angestellten vergleichsweise gleichgestellt und somit doppelt versicherungsrelevant insolvenzgefährtet. Das Problem ist komplex, das ist es seit über achzig Jahren. Und es ist nett, dass unser gesundheitspolitischer Sprecher diesen Umstand der Kompliziertheit bemerkte. Vielen Dank. Trotz aller Komplexität schlängelt sich die Politikerbranche seit 2010 um das Thema, wie um den heissen Brei. “Sie können ja nicht alle Lösungen von der Politik fordern, “ist ein lustiger politischer Standpunkt. Wir Hebammen schreiben auch gern unsere Gesetze selbst, so wie es andere zweige der Wirtschaft gern und europaweit zu tun gedenken, machen Eigenwerbung, eigene Videos, vielfälltige eigene Printmedien und Elternhefte und Dokumentarfilme, Lifestreams und Podcasts. “Das Überleben im Kreissaal” im Original von einer Hebamme still gefilmt und publiziert dürfte Bewegung in die Elternprotestszene bringen, mit Sicherheit. Das periodische, systembedingte Elend ist diesem Berufsstand nicht erst seit gestern geläufig und es ist davon auszugehen, dass Hebammen aus der Not eine Tugend mit vielen Innovationen machen. Dazu sollten sie per Gesetz in die echte Freiberuflichkeit entlassen werden, mit vielen frei wählbaren Auftraggebern, Rentenpflichtbefreiung, freiwilliger Unfallversicherung, freier Aushandelbarkeit der Leistungspreise und individuleller Berufshaftpflichtwahl nach Tätigkeitsschwerpunkt unter heilberufsüblicher Versicherungsauswahl. Die Berücksichtigung der Betreuung gesunder, lebensfrischer Menschen sollte bei der Haftpflichthöhe Beachtung finden. Warum der relativ kleine Berufsstand der Heilpraktiker Eigenbluttherapien, Braunscheidtieren und andere infektionsriskante Behandlungsformen an Kranken ausführt und weniger 200 Euro im Jahr an Berufshaftpflicht zahlt und eine invasionsfrei arbeitende Hebamme mit gesundem Klientel 4000 bis 6175 Euro Haftpflichtprämie im Jahr aufzubringen gezwungen ist, um als “Hebamme” arbeiten zu dürfen, ist eine interessante Frage. Und diese Frage geht an die Politiker…an die Bafin, wo bleibt die Realität des Schadensfallrisikos ? Das anästhesistische Schadensrisiko wäre ein weiteres Haftpflichtorakel. Hat die Versicherungswirtschaft zur Bestimmung der Forderungen einen Tempel zur Orakelbefragung ?

Das Risiko “Hebamme mit Geburtshilfe” ist als finanzpolitisches Konstrukt m. E, ausgearbeitet, mit einem erlassenen Rundschreiben, das den uninvolvierten Versicherern die versicherungsannahme dieses Risikos untersagt und auf das uninvolvierte Makler keinen Zugriff haben. Der Markt ist konditioniert worden, um die Steigerungen geschäftspolitisch konkurrenzlos durchzusetzen. Und was sagt das Kartellamt dazu ? Der europaweite Wettbewerb muss nach Europagesetzgebung funktionieren, tut er aber in Hebammenversicherungsbelangen seit Jahren ganz offensichtlich nicht.

Da der Bundesregierung schon 2011 keine Unregelmässigkeiten im Versicherungswettbewerb aufgefallen sind, obwohl in diesem Jahr die Hebammenhaftpflicht- Versicherer reihenweise die Segel in Deutschland gestrichen haben und internationale Filialen die deutschen Lande wie ein sinkendes Schiff verlassen und die Geschäfte eingestellt haben, wird der deutsche Wettbewerbsschwund, der unbemerkt unserer Regierung vonstatten ging, sehr warscheinlich auf Europaebene geklärt werden müssen.