Hebammenpolitik 08.11.2010

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir Hebammen haben hier in Deutschland
mit einem subtilen Berufsverbot zu kämpfen
und hoffen seit Monaten auf politische Mit- Hilfe,
um diesem Problem optimistisch begegnen zu können.
Leider ist dieses kein deutsches, sondern ein europäisches Problem
und es würde mich interessieren, wie sie die Wirksamkeit
einer erfolgreichen Petition auf EU- Ebene einschätzen würden.

Die E- Petition ID 11400 war in Deutschland
von der Bevölkerung, vor allem von Frauen, ausreichend unterstützt worden,
leider hat sie an der realen Arbeits-, Finanz- und Lebenssituation
der freien, geburtshilflich arbeitenden Hebammen nichts geändert,
und der freiwerdende Geburtsmarkt wird von Anderen schon freudig erwartet
und gewinnbringend vermarktet.

Diese Entwicklung ist gesellschaftlich recht bedenklich,
zumal eine starke Lobby dahinter zu stehen scheint.

Auf www.Beleghebamme.com/Hebammenpolitik werden einige Sachverhalte veröffentlicht, welche gern von Universitäten, Firmen und Verlagen gelesen werden, aber es scheint, als wären freie Hebammen so etwas wie heiße Kartoffeln, an denen sich niemand gern die Finger verbrennt,und so bleibt es, wie es ist und die Hebammen verlassen das Land, ihren Beruf oder flüchten in den gewerblichen Bereich oder in den Vorruhestand.

Ohne freie Hebammen ist die Entscheidungsfreiheit werdender Eltern nach Grundgesetzsatzung nonsens,
ist die Demokratie schon tot. In Irland will die Regierung in diesem Monat wahrhaftig die Hausgeburtshilfe gesetzlich untersagen, Irischen Hausgeburtsmüttern wird die Krankenversicherung streitig gemacht.
In Ungarn sitzt eine Hausgeburtshebamme gerade in Haft, weil Hausgeburtshilfe dort illegal ist. Man könnte die Problematik pauschal als frauenfeindliches Konstrukt oder Neoinquisition umschreiben. Wie lange wird es dauern, bis wir an diesem Punkt angekommen sind.

Hierzulande trifft es freie Beleghebammen, Geburtshaushebammen und Hausgeburtshebammen gleichermaßen, die Berufshaftpflichtproblematik steht, neben der Rentenversicherungspflicht, der beschränkten Absetzbarkeit der Sozialabgaben und der unverhältnismäßigen Einkommenssituation im Raum. Wie würden Sie die Sachlage einschätzen, was ist sinnvoll und was wäre machbar, um den Berufsstand der freien Hebammen flächendeckend zu erhalten,

Liane Ullmann von
Beleghebamme.com