Hebammenpolitik 07.10.2014

Das Wort Todschlag fand sich schon vor einem Jahr in der Zeitung. Es geht um die Verurteilung einer freiberuflichen Hebamme. Hebammenpolitik ahornhttp://www.ruhrnachrichten.de/nachrichten/vermischtes/aktuelles_berichte/Baby-starb-im-Mutterleib-Hebamme-wegen-Totschlags-angeklagt;art29854,1747914
http://www.ruhrnachrichten.de/lokales/dortmund/Verdunkelungsgefahr-Hebamme-im-Gericht-verhaftet;art930,2117194
Heute weiss es die Presse genau, es war Todschlag. Und eine mehrjährige Gefängnisstrafe und Geldstrafe bei diesem Unheil ist bei weitem angemessen…hier einige Beispiele:
http://www1.wdr.de/studio/dortmund/themadestages/Urteilhebammenprozess100.html
http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/hebamme-in-dortmund-wegen-totschlags-zu-haftstrafe-verurteilt-id9889984.html
http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalitaet/prozess-um-totgeburt-hebamme-droht-haftstrafe-wegen-totschlags-12657414.html

Ps.: ” Die Revision steht noch an und wenn Sie sich mit dem Fall eingehender beschäftigen und vielleicht sogar zwanzig Jahre praktische Geburts- Berufserfahrung mitbringen, dann wissen Sie, dass die TatsachenUMSCHREIBUNGEN anders klingen könnten, als sie für Zeitunggsleser und Zeitungsleserinnen ausformuliert wurden. Falls Sie diese betroffene Hebamme und ihre Kapazitäten seit Jahren oder Jahrzehnten kennen, scheint Ihnen die unbeugsame Härte der Berichterstattung in Hebammenbelangen unübersehbar. Klinikkonzernnahe Objektivität dürfte gern einer allgemeinen geburtshilflichen Objektivität weichen. Das Kind ist ohne äussere Gewaltanwendung spontan geboren worden und für die genaue Todesursache gibt es wenig stichhaltige Beweisführungen.

Todgeburten geschehen, statistisch betrachtet, am häufigsten in Kliniken auf unterschiedlichste Art und Weise. Und die wenigsten Sterbefälle werden gerichtlich hinterfragt oder führen zu derartigen Konsequenzen. Dafür sorgen institutionalisierte Strukturen, Klinikrechtsabteilungen und Personalleiter. Im Jahr 2010 wurden 2466 Totgeburten registriert, Zitatquelle: https://www.destatis.de/DE/Publikationen/WirtschaftStatistik/Bevoelkerung/GeburtenSterbefalleEhe_92012.pdf?__blob=publicationFile

Hebammenpolitik gefängnis neben staatsanwaltschaft dortmund

” Der Anteil der Totgeburten an der perinatalen Sterblichkeit hat
sich mit den Jahren gesteigert und beträgt seit zehn Jahren stets über 60 %
(Maximalwert: 66,7 %, 2010)” Quelle: http://hss.ulb.uni-bonn.de/2014/3592/3592.pdf, Seite 13
Da amtliche statistische Referenzzahlen über Geburten und Todgeburten außerhalb von Krankenhäusern seit 1982 nicht mehr vorliegen,werden sie geschätzt. Nur das Geburtsgewicht der todgeborenen Kinder fließt in die
bundesamtliche zentrale Statistik ein, Angaben über die Todesursache liegen nicht vor.
Seit Jahren ist die Rate der Totgeburten relativ konstant.
Nach vorhergegangenem Kaiserschnitt ist die Todgeburtenrate etwas erhöht, siehe: http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/59245/Studie-Etwas-mehr-Totgeburten-und-Eileiterschwangerschaften-nach-frueherem-Kaiserschnitt
Bei der heutigen Kaiserschnittraten- Tendenz wäre es demnach nicht verwunderlich, wenn sie dazu führen würde, das uns die Todgeburten trotz aller Vorsorgebemühungen weiterhin relativ konstant erhalten bleiben werden. Alles hat seinen Preis.

Den in der Presse aktuell veröffentlichten Urteilsspruch einer Hausgeburtshebamme sollten Sie als Präzidenzfall wahrnehmen, obschon die vielen Presseberichte mit Berufsbezeichnung oder Synonym zu Irritationen der Bevölkerung führen könnten und sie somit den Einduck einer Schadensfallhäufigkeit bei außerklinischen Geburten suggerieren.