Hebammenpolitik 07.10.2013

Säuglingstötungen gibt es in Deutschland. Ihre Zahl liegt seit Jahren kontinuierlich zwischen 20 bis 25 pro Jahr.Blauglockenbaum- Blatt - hebammenpolitik

Familienministerin Schröder will nun die “vertrauliche Geburt” ermöglichen. Das Familienministerium will vertrauliche Geburten erlauben und auch Babyklappen weiterhin dulden, obwohl diese offensichtlich Grund zu vielen Beanstandungen bieten.

Drei Möglichkeiten für Hochschwangere in Notlagen sind geboten:
Erstens: Sie bringen ihre Kinder heimlich zur Welt und legen sie in Baby- Klappen. Zweitens: Sie entbinden anonym in Krankenhäusern mit entsprechenden Angeboten. Und drittens, jetzt neu: Das Kind wird vertraulich geboren. Hierfür soll zunächst eine Informationskampagne darauf hinweisen, dass sich werdende Mütter an Schwangerschaftsberatungsstellen wenden können, in denen eigens geschultes Personal die rechtlich sauberen Möglichkeiten erläutert: das Kind annehmen oder es geregelt mit allen Personaldaten zur Adoption freigeben oder es eben vertraulich gebären. Eine Beratung zur vertraulichen Geburt soll auch dann noch möglich sein, wenn eine Frau in den Wehen ins Krankenhaus kommt und ihren Namen nicht sagen will.

Vertrauliche Geburt hört sich vertraulich an, ist es aber nicht. Das betroffene Neugeborene wird nie die Muttermilch seiner Mutter schmecken dürfen, ihre Identität frühestens ab dem 16. Lebensjahr oder nie erfahren. Es wird Pflegepersonen übertragen, in eine Adoptivfamilie oder ins Heim gegeben, genauso wie die babyklappen-, und anonym geborenen Kinder.

Das Gesetz tritt ab 01.05.2014 in Kraft.

Leider ist in allen Umschreibungen und Texten keine Rede von niedergelassenen Hebammen, obschon der geburtshilfliche Umstand sie ebenso wie Krankenhäuser und Ärzte treffen könnte. Die Abrechnungsmodalitäten dürften auch freie Hebammen interessieren. Trotz aller berufspolitischer Debatten um die freiberufliche Hebammentätigkeit scheinen freie Hebammen dem Familien- Ministerium und der Gesetzgebung in punkto vertrauliche Geburtshilfe nicht relevant zu sein.

Der Mainstream ist eindeutig, entspricht aber nicht den Realitäten.
Noch gibt es niedergelassene Hebammen mit Geburtshilfe in Deutschland und Hebammen sind Geburtshelferinnen für Frauen mit und ohne Not.
Es ist davon auszugehen, das die Beratungsstellen die Schwangeren zum nächstgelegenen Krankenhaus verweisen würden und nicht an die nächst gelegene niedergelassene Hebamme. Ist das der Grund, warum Hebammen im relevanten Text nicht erwähnenswert sind ? Oder befürchtet der Gesetzgeber unter Einwirkung der freien Hebammen ein Umdenken der schwangeren und Ablassen von der Adoptionswilligkeit ? Hebammenkontakt kann derlei Wunder bewirken, es wäre nicht das erste Mal. Sicher, es geht um das Kindswohl, aber auch um Geld…Beratungsgebühren, Pflegefamilienhonorare, Entbindungspauschalen, Amtsvormundschafts-, Jugendamt-, Familiengerichts- und Adoptionskosten…
Wo Geld, egal in welche Richtung, fließt, werden Sie bitte nachdenklich.

Welche Mutter ließe ihr Baby nach der Geburt allein, wenn sie keine Not hätte. Warum haben viele Mütter Not in diesem Land…das ist eine politische Frage, die mit einem SchwHiAusbauG, realistisch betrachtet, nicht lösbar ist. Die Säuglingstötungen sind nur der Gipfel des Eisberges, ein Zipfelchen des eigentlichen Problems. Wie Sie wissen, ist die weibliche Problematik des Abendlandes viel komplexer.

Basisinformationen über den Gesetzesvorgang,siehe: http://dipbt.bundestag.de/extrakt/ba/WP17/521/52125.html

Bei der vertraulichen Geburt soll laut Gesetzesentwurf die Identität der Mutter nur einer Beratungsstelle bekannt sein.
http://www.welt.de/politik/deutschland/article112109384/Schroeder-will-vertrauliche-Geburt-ermoeglichen.html

Weiterführende Informationen zum Thema” vertrauliche Geburt” finden sie hier:
Start > Gesetzestext SchwHiAusbauG
Stand: BGBl. I 2013, Nr. 58, S. 3641-3712, ausgegeben am 27.09.2013

Siehe Gesetz zum Ausbau der Hilfen für Schwangere und zur Regelung der vertraulichen Geburt (SchwHiAusbauG k.a.Abk.)
G. v. 28.08.2013 BGBl. I S. 3458 (Nr. 53); Geltung ab 01.05.2014
8 Änderungen durch das SchwHiAusbauG | Entwurf / Begründung des SchwHiAusbauG | 3 Vorschriften zitieren das SchwHiAusbauG, siehe:
http://www.buzer.de/gesetz/10907/index.html