Hebammenpolitik 05.02.2015

Wir haben einen Hebammenmangel, sagen Eltern, Hebammen, Klinikpersonal und Betroffene.Hebammenpolitik drei blumen rot gelb
Wir haben keinen Hebammenmangel, sagt das Bundesgesundheitsministerium. Wir leben im Jahr 2015 und seit 2011 wurde es nicht besser. Es gibt statistisch vielleicht mehr Hebammen, weil sich viele Hebammen nicht austragen, abmelden oder aktiv aus den Listen löschen lassen und der Arbeitsmarkt im Wandel ist und unbefristete Vollzeitarbeitsverträge bekommen zunehmend Seltenheitswert. Und weil viele Hebammen auf verschiedenen Hochzeiten dieses stückeligen Arbeitsmarktes tanzen müssen, um die steigenden Rechnungen regelmässig zahlen zu können, werden sie das Hebammeneinkommen, und sei es noch so gering, nicht missen wollen. Zumindest gab es vor 20 Jahren mehr Vollzeithebammen als heute, und so gleicht ein Anstieg von ca. 5000 Hebammen in 10 Jahren die Dienstleistungsforderungen der heutigen Kundschaft nicht aus. In der freien Geburtshilfe ist der Hebammenrückgang um ein Viertel zu beklagen, von steigender Tendenz kann keine Rede sein. Und jetzt ? Standardantworten ? Wer setzt hier eigentlich den Standard ? Frauen, Behörden, Experten, Politiker ? Institutionalisierte Hebammenvertretungen ja offenbar nicht. Hebammen und anschließend Eltern fungierten als politische Zündschnur, aber die Politik lässt sich nicht entzünden. Die Substanz deutscher Politik lässt das, trotz hunderttausender Bürgerforderungen, zeitnah nicht zu, aber..

wenn Geburtshäuser aus finanzieller oder personeller Not trotz ansteigenden Diensterbringungsforderungen von Kundenseite schließen, und kleine Kreissäle nicht vereinzelt, sondern deutschlandweit von Schließungen betroffen sind, liegt eine Marktlenkung vor, die jedem Kartellamt und jedem Politiker ins Auge stechen müsste. Und warum sticht es niemandem von ihnen unangenehm in die Augen ? Weil sie fürs Wegschauen bezahlt werden ? Und von wem ? Von denen, die einen Vorteil von diesem Gesundheitsmarktwandel haben…nur so eine Vermutung.

Bild: http://www.gerechte-geburt.de/wissen/politik/antworten-der-bundesregierung-ii/
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Bei allem Wandel, alles hat seinen Preis und den zahlen letztendlich die Eltern und Hebammen und alle anderen Staatsbürgen und mit großer Wahrscheinlichkeit nicht die Politiker. Sie bleiben unbeschadet, finanziell abgesichert, nur ihrem Gewissen und ihrer Partei verpflichtet und dem wirtschaftsgewichtigen Versicherungs- Finanzapparat zuarbeitend. Rechtfertigt das Wirtschaftsinteresse eines Staates die Unachtsamkeit gegenüber den Forderungen eines Teils seiner mündigen Frauen und Hebammen, Kinder und Familien ?