Hebammenpolitik 04.07.2014

“In einer funktionierenden Demokratie sind Petitionen ein gutes Werkzeug zum Interessenausgleich und MinderungHebammenpolitik hortensie red gesellschaftlicher Spannungen. In einer gesteuerten Demokratie hält man seitens der Gewählten nicht einmal
die Spielregeln ein, sondern spielt etwas Monopoly zur Verwirrung.” Zitat: J.S.
So wie es aussieht, stehen die Wirtschaftsinteressen über den BürgerInneninteressen, anderenfalls würde die Bundesregierung ein Sofort- Rettungspaket für niedergelassene Hebammen schnüren. Denn die Problematik ist, trotz Freiberuflichkeit und Selbstverwaltung, mitunter gesetzesinduziert. Leider legt die Versicherungswirtschaft ihr Gewicht auf die Auslastung der Krankenhausbetten und das ist der Pharmalobby recht. Denn in Krankenhäusern ist der Absatz sicher. Eine Hand wäscht die andere sagt mann so schön. Mit freien Hebammen und gesunden Frauen ist die Sicherung des Absatzmarktes mehr als ungewiss und wir dürfen die Märkte nicht beunruhigen, wie wir von Regierungsseite erfuhren. Hebammen haben bezüglich des zufriedenstellenden Marktgeschehens eine etwas abweichende Sichtweise, was sicher darauf zurückzuführen ist, dass die zunehmende Versicherungsangebotsverminderung, Verbands- Mitgliederzentralisierung und die offensichtlich monopolistisch ausufernden Machtstrukturen nicht allen Hebammen gleich gut gefallen und die Kommerzialisierung der weiblichen Reproduktionsprozesse mit dem Berufsethos schwierig zu vereinbaren ist. Die Wahl-, und Gestaltungsmöglichkeiten geburtshelfender niedergeassener Hebammen werden absehbar in jeder Richtung vermindert. Die Auswirkungen betreffen auch die Eltern Und so folgt Petition auf Petition. Es gibt keine Petitions- Mindestanzahl, dass sie irgendetwas Gesetzesrelevantes bewirken müssten. Sind 10 genug, hatten wir schon….oder 20 ? Ein perfides Spiel. Die Petitionsämter erhören vorerst konsequenzlos die Petentinnen. Unantastbare Experten beraten darüber, die Volksvertretung vertritt gelegentlich den Volkswillen und die Regierung entscheidet und beschließt desöfteren am Volkswillen vorbei. Die Petition der Hebamme S. Schmuck war just in der Anhörung im berliner Petitionsamt. Vor genau vier Jahren hat der große Hebammenverband den Tatbestand der Hebammenproblematik genau diesem Petitionsamt darbelegt. Das Elend und das Problem haben in diesen vier Jahren unübersehbar zugenommen, Die berufshaftpflichtabdeckung angestellter und freiberuflicher Hebammen ist erheblich teurer und riskanter geworden, die Teilzeitbeschäftigungen sind auf über 70 % angestiegen, die Insolvenzen und Berufsausstiege gehen unaufhaltsam weiter und die Versicherer werden nicht mehr, ganz im Gegenteil. Die deutschen Vertrags- Wahlmöglichkeiten lagen vor zwei Jahren bei EINS, je nach Verbandszugehörigkeit. Daran hat sich, entgegen dem EU- Wettbewerbsgesetz, nichts geändert, ein Fall für das Bundeskartellamt. Das ist ein Skandal, war die treffende Umschreibung der Petentin. Schauen Sie selbst: