Hebammenpolitik 04.03.2011

Aus bestehenden Verbänden bilden sich irgendwann neue, motivierte Vereine mit anderer Zielsetzung, das gleicht einer folgerichtigen Gesetzmäßigkeit. In anderen Berufssparten ist die Aufspaltung bzw. Spezialisierung ebenso vorangeschritten.

Der Berufsstand der Hebammen bietet diesbezüglich noch reichlich Potential. So ist aus dem DHV der BfHD hervorgegangen und aus diesem folgte der DFH. Nach Gründung eines Deutschen Hebammenverbandes, eines Bund freiberuflicher Hebammen Deutschlands und eines Deutschen Fachverbandes für Hausgeburtshilfe könnte ein Beleghebammenverband, ein Familienhebammenverein, ein Hebammenpraxisverband in absehbarer Zeit folgen. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. In der Vielfalt liegt die Kraft, wenn alle vorhandenen Verbände und Vereine zum Wohle des Berufsstandes beitragen, ungeachtet ihrer Berufsspezialisierung und Mitgliederzahlen. Warum sollte ein Wochenbett- Hebammenverein weniger Mitspracherecht bei den Gebührenverhandlungen haben als ein freier Beleghebammenverband ? Die Fallstricke des GKV- Vertrages würde sie ohnehin beide treffen. Kollegialität und Fairness sind Voraussetzungen für einen erfolgreichen Arbeitskampf. In dem befinden wir uns gerade. Alle Hebammen, egal an welchem Arbeitsplatz sie stehen oder welchem Verband sie angehören, sind betroffen. Welche Hebamme will gern Zeitarbeiterin als Springer zwischen Krankenhäusern, Teilzeitbeschäftigte mit unbezahlten Überstunden und halbem Urlaubsanspruch oder Allroundkraft im Dreischichtdienst und gleichzeitig Putzfrauersatz sein, die Hebammen mit nachfolgenden Dreimonatsverträgen seien auch erwähnt.  Freiberufliche Hebammen kämpfen um die Kostenübernahme der Rufbereitschaftspauschale,vorzugsweise von Seiten der GKV, um ihre horrende Berufshaftpflicht gegenfinanzieren zu können und es ist ernüchternd, wie einseitig manche Verbände ihre Aufgabe als Interessensvertretung wahrnehmen. Die Notwendigkeit einer Petition wie dieser hier beweist, dass die momentan existierenden Verbände noch viele Möglichkeiten der Zusammenarbeit und berufsorientierten Kooperation für die Zukunft finden können, siehe:  E- Petition zum Thema Rufbereitschaftspauschale

Den Hausgeburtshebammen eine Fahrkostenpauschale vorlegen zu wollen, obwohl sie nachweislich, auf Grund des sehr großen Einzugsgebietes, etliche Kilometer zur Arbeitsstätte zurücklegen müssen, die von einer Pauschale nicht abgedeckt werden und ihnen die Einflussnahme auf die Vertragsbedingungen erheblich beschränkt wird, widerspricht jedem kollegialen Denkansatz.

Wir haben die E- Petition- ID- 11400 erfolgreich gemeistert, weil viele MitbürgerInnen engagiert, freiwillig und gleichberechtig, das heißt verbandsübergreifend mitgearbeitet haben. Jede Ausgrenzung oder Machtbeanspruchung eines Vereins ist für die Zukunft des Hebammenberufes entwicklungshemmend. Die bestehenden und nachfolgenden Hebammen- Verbände haben ein Recht auf Existenz und Einflussnahme, weil alle Entwicklungen und Vertragsabschlüsse ihr direktes Arbeitsleben mitbestimmen. Bei den momentanen Gebühren- und Vertrags- Verhandlungen können DFH, DHV und BfHD die Vorteile der konsequenten Zusammenarbeit im Interesse aller Hebammen gleich ausprobieren.

Schauen Sie sich die Natur an: Monokulturen schwächen ihre Umwelt, aber eine Artenvielfalt stärkt das ÖkoSystem.
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