Hebammenpolitik 02.04.2011

Fragen, Fragen, nichts als Fragen….

Wer zeichnet das ergangene Rundschreiben
der “Annahmesperre für das Risiko Hebamme
mit Geburtshilfe” an die Versicherungsunternehmen verantwortlich.
Von wem wurde es verfasst und von wem versendet ?

Warum ist der EU- weite Versicherungswettbewerb seit
einigen Monaten nicht mehr intakt. Warum versichern
europäische Versicherungsunternehmen
seit dem Bekanntwerden des Annahmesperre- Rundschreibens
keine deutschen Hebammen mehr ?

Wo können die, von den Versicherungsunternehmen
angeführten Schadensfall- Daten eingesehen werden,
welche als Grund angeführt wurden und zur
überproportionalen Versicherungsprämiensteigerungen
bei freiberuflichen Hebammen geführt haben sollen.

Auf welche Schadensfälle, Anzahl und Schwere,
beziehen sich die maßgeblichen Versicherungsunternehmen
bei ihrer Prämientaxierung ?

Welche Institution hat diese Unterlagen im Interesse der
Versicherungswirtschaft bearbeitet und wer wird diese
im Interesse der Hebammen nochmals einsehen und prüfen ?

Gesetzlich ist keine Preisvorgabe für Versicherungsprodukte
in Deutschland vorgesehen, sodass die hohen Prämien
gesetzeskonform bestehen bleiben könnten.
Aber ein EU- weiter Wettbewerb von Versicherungsunternehmen
und – Produkten sollte nach EU- Wettbewerbsgesetz und
EU- Richtlinien vorhanden sein.
Wie ist dieser wieder herzustellen und zu gewährleisten ?

Versicherungsprodukte beziehen sich auch bei Hebammen
auf ein persönliches Risiko,
sind privatrechtlich verhandelbar und müssen wählbar sein.
Ist dies unter Mithilfe der Bundes- Regierung
oder durch Klageverfahren sicherzustellen ?

In der Schweiz beträgt die Versicherungsprämie weniger
700 Franken für freiberufliche Hebammen und die
Schweizer Versicherer haben sich ebenfalls
vom Deutschen Versicherungsmarkt zurückgezogen.
Der Grund ist offensichtlich in Deutschland zu finden,
ein Klärungsbestreben wäre naheliegend.
Wer ist bereit und qualifiziert, die Klärung
des Sachverhaltes erfolgreich zu bearbeiten ?

Eine Aufhebung der Berufshaftpflicht und Wechsel
in den freiwilligen Versicherungsstatus würde
das geforderte Preisniveau von Seiten der Versicherungen
erheblich absenken.
Ähnlich gehandhabt wird dies in Östereich,
wo keine vergleichbare Berufs- Versicherungspflicht
für Hebammen wie in Deutschland besteht.
Das dürfte auf große Abwehr von GKV und
den profitierenden Versicherungsunternehmen stoßen,
weil die GKV im Schadensfall bei Unterversicherung der Hebammen
die Schadenskosten mit zu tragen hätte und die
Versicherungsunternehmen Gewinneinbußen hinnehmen müssten.

Welche Gesetzesänderungen und schriftliche Vereinbarungen sind sinnvoll,
um allen Beteidigten annähernd gerecht zu werden
und den freiberuflichen Hebammen eine Existenz zu ermöglichen ?
Es ist gesamtgesellschaftlich wenig sinnvoll,
die GKV und die Versicherungsunternehmen ebenso wie die DRV,
weiterhin durch positive Gesetzesauslegungen einseitig zu stärken
und die Insolvenzen, Berufswechsel und steigende
Arbeitslosenquoten unter den Hebammen hinzunehmen.

Wie kann der Berufsaufgabe und Auswanderungswilligkeit
von Hebammen in diesem Land entgegengewirkt werden ?

Natürlich wird durch einige kürzlich erfolgte Gesetzesänderungen
ein neuer Markt mit unterstützungsbedürftigen Eltern geschaffen,
die gern auf geschulte und von Regierungsseite
geförderte Familienhebammen zurückgreifen.
Aber diese sind im eigentlichen Sinne keine Hebammen,
sondern gut getarnte Sozialarbeiter,
die im Interesse des Kindswohls und der Jugendämter unterwegs sind.
Wer hat ein ausschließliches Interesse an dieser Entwicklung ?

Die Berufsspezialisierung einer freiberuflichen Hebamme,
entsprechend ihrem eigentlichen Ausbildungsberuf,
dürfte in wenigen Jahren Seltenheitswert erlangen,
weil die Kompetenzen von Hebammen zunehmend
in bestimmte Richtungen kanalisiert und beschnitten werden.
Die Kernaufgabe “Geburtshilfe” wird auf mehreren Ebenen
unter starker Einflussnahme von Lobbyisten verhindert.

Welche politisch mündige und frauenorientierte Lobby ist bereit und fähig,
dem Erhalt freiberuflicher “Hebammen” – Tätigkeit produktiv zuzuarbeiten ?

Gute Fragen fordern gute Antworten. Fragen sie nach…

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